Verweis zur Startseite der Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Servicenavigation

News

24. November 2017 08:36

Internationaler Gedankenaustausch: Chinesische Delegation in Höxter

(v.l.n.r.) Claus Gröger (Landesverband Lippe), Dr. Norbert Asche (Wald und Holz NRW), Meei-ru Jeng, Ph. D.Jiunn-Cheng Lin, Ph.D. Yu-Jen Lin (Taiwan Forestry Research Institute Taipai) und Prof. Dr. Ulrich Riedl (Sprecher des FSP Kulturlandschaft) diskutieren angeregt über waldbauliche Fragen unter den Bedingungen des Klimawandels. Foto: Sven Philipper

Nobert Asche (Wald und Holz NRW) referiert über waldbauliche Risiken und Chancen infolge des Klimawandels vor den Gästen aus Taiwan. Foto: Sven Philipper

Am 14. November besuchten Forstexperten des chinesischen Taiwan Forestry Research Institute den Standort Höxter. Dabei tauschten sie sich mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Forschungsschwerpunktes „Kulturlandschaft“ der Hochschule OWL zu Klimaanpassungsstrategien der Forstwirtschaft sowie Ökosystemleistungen von Wäldern aus.

Rund 22.000 Menschen aus mehr als 190 Ländern haben an der 23. Weltklimakonferenz (COP 23) in Bonn teilgenommen. Darunter auch die chinesische Delegation des Taiwan Forestry Research Institute aus Taipei. Nach ihrem Besuch nutzen sie die verbliebene Zeit in Deutschland, um sich mit anderen Expertinnen und Experten der Kulturlandschaft am Standort Höxter der Hochschule OWL auszutauschen.

Zu Beginn ihres Besuchs, besichtigten die chinesischen Gäste mit Claus Gröger von der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe, vor Ort mehrere forstliche Versuchsflächen. Im Anschluss ging es an der Hochschule OWL in Höxter weiter. Professor Ulrich Riedl, Sprecher des Forschungsschwerpunktes „Kulturlandschaft“, begrüßte und gab eine kurze thematische Einführung. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die Themen Klimaanpassungsstrategien der Forstwirtschaft sowie Ökosystemleistungen von Wäldern.

Norbert Asche lieferte daraufhin mit zwei Vorträgen die Basis für eine sehr interessante Diskussion. Asche arbeitet im Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald, beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW und ist als Lehrbeauftragter im Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung sowie als Forschender im Forschungsschwerpunkt „Kulturlandschaft“ tätig. Er stellte in seinem ersten Vortrag die Vorgehensweise einer lokal differenzierten, standortkundlichen Prognose von Klimaänderungen und deren waldbauliche Konsequenzen für Nordrhein-Westfalen heraus. Asche plädierte für ein Vorgehen, das auf regionaler Ebene bei den Waldbeständen vor Ort beginnt, im Gegensatz zu der sonst üblichen globalen Betrachtungsweise von  Klimawandelszenarien.  

In seinem zweiten Vortrag stellte Norbert Asche einen Bewertungsansatz für die verschiedenen Ökosystemleistungen von Wäldern vor. Neben ihrer Bedeutung  als Rohstofflieferant dienten Wälder unter anderem auch als Wasserspeicher und –filter und haben positive Auswirkungen auf die Luftqualität durch das Filtern von Schadstoffen. Zudem besitzen Wälder einen unschätzbaren Wert für die Nah- und Fernerholung.

Zum Abschluss der Vorträge schloss sich eine rege und für beide Seiten gewinnbringende Diskussion an, bei der unter anderem vereinbart wurde, künftig weitere wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse zu diesen Themen auszutauschen, im fachlichen Gespräch zu bleiben und somit den Grundstein für weitere Kooperationen zu legen.