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19. Mai 2017 10:46

interzum 2017: Hochschule OWL realisierte Leichtbau-Sonderflächen des igeL e.V.

Professor Martin Stosch an den grünen igeL-Boxen im Gespräch Regina Adamczak (Schreinermeisterin und Redakteurin der Fachzeitschrift BM - Bau und Möbelschreiner).

Leichtbau-Sonderfläche mit Küchenunterschränken in verschiedenen Leichtbaukonstruktionen aus industrieller Produktion bei der Beeck Küchen GmbH aus Bad Oeynhausen.

Ein Teil der Prototypen von Leichtbaumöbeln in Strukturbauweise unterschiedlicher, junger Designerinnen und Designer aus ganz Deutschland.

Sonderfläche mit zentralem Leichtbau-Wahrzeichen aus dem besonders stabilen Holz-Sandwichwerkstoff lisocore von lightweight solutions aus Bad Aibling.

Einer von 150 neuen igeL-Musterkoffern mit über 35 Leichtbauplattenwerkstoffen in der Mustergröße von 100 x 150 mm, von denen knapp die Hälfe im Holzlabor der Hochschule in Lemgo formatiert wurde. Foto: Peter Kettler / igeL e.V.

Rund 69.000 Besucherinnen und Besucher aus 152 Ländern kamen Mitte Mai zum weltweit größten Event für die Möbelfertigung und den Innenausbau nach Köln – zur interzum 2017. Auch der Fachbereich Produktion und Wirtschaft der Hochschule OWL war einer der über 1.700 internationalen Aussteller. Als Projektpartner der Interessengemeinschaft Leichtbau e.V. (igeL) verantwortete Professor Martin Stosch die Realisation der beiden Leichtbau-Sonderflächen auf dem Nordboulevard der Messe.

„Wir haben quasi das Filet-Stück des Messegeländes gestaltet und unser Stand hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen“, so Professor Martin Stosch. Neben besonders materialökonomischen, avantgardistischen Möbelentwürfen junger Designerinnen und Designer aus ganz Deutschland zeigte die Ausstellung auch Projektegerbnisse des Labors für industriellen Möbelbau, Konstruktion und Entwicklung am Fachbereich Produktion und Wirtschaft. So stellten zehn Küchenunterschränke, die im Rahmen der Bachelor-Thesis von Holztechnik-Absolvent Tristan Beeck in Kooperation mit dem Familienunternehmen Beeck Küchen GmbH in Bad Oeynhausen in unterschiedlichen Leichtbauweisen realisiert wurden, unter Beweis, dass es schon heute möglich ist, moderne Sandwichwerkstoffe ohne Probleme in industriellen Fertigungsprozessen zu verarbeiten. „Die Verarbeitung in der Linie klappt entgegen aller Befürchtungen erstaunlich problemlos“, sagt Beeck. „Ob Wabe, Gefach, Leisten oder Balsaholz im Kern der Leichtbausandwichplatten, die maschinelle Verarbeitung bis hin zur Korpusverleimung ist ohne jegliche Einschränkungen möglich, und das auch noch mit richtig guten Festigkeitswerten.“ Dabei kam auch GO.FAST, ein an der Hochschule entwickeltes und patentiertes System zur Verleimung von leichten Sandwichplatten, erstmals zum Einsatz an einem Serienprodukt.

Ein weiteres Highlight der Leichtbau-Sonderflächen war die Präsentation zum allgemeinen Stand der Leichtbautechnik im Möbel- und Innenausbau. „Wir haben die Flächen in Form von 60 grasgrünen igeL-Boxen gestaltet. Viele Besucherinnen und Besucher waren regelrecht gefesselt von der Vielfalt der Möglichkeiten im modernen Leichtbau“, so Professor Stosch. Auf einer Tischfläche von über 14 Quadratmetern hatte die Hochschule OWL gemeinsam mit den rund 80 Mitgliedsunternehmen des igeL Werkstoffmuster leichter Plattenwerkstoffe, spezielle Leichtbau-Verbindungsbeschläge, Beschichtungswerkstoffe und Maschinenwerkzeuge sowie Prüf- und Messtechnik zusammengetragen und mit technischen Informationen und Bezugsquellen versehen. „Ohne die tatkräftige Unterstützung zahlreicher Studierender der Holztechnik und Mitglieder des igeL, häufig bis tief in die Nacht und am Wochenende, wäre die Realisierung dieser umfassenden Ausstellung überhaupt nicht möglich gewesen“, so Professor Stosch. Das Wahrzeichen der Ausstellung bildete der vier Meter hohe, schwebend aufgehängte „Leichtbau-Pilz“ mit seinen sechs Flügeln aus dem leichten Hochleistungsholzwerkstoff lisocore, der gemeinsam mit dem Projektpartner lightweight solutions aus Bad Aibling und der Koelnmesse realisiert wurde. „Die gute Zusammenarbeit mit dem igeL und der Hochschule OWL werden wir mit neuen Leichtbauthemen auf den kommenden Messen, der ZOW 2018 in Bad Salzuflen und der im interzum 2019 in Köln, in jedem Fall fortsetzen“, so Matthias Pollmann, verantwortlicher Projektmanager der Koelnmesse.

Die Interessengemeinschaft Leichtbau e.V. – 2008 auf Initiative von Professor Martin Stosch gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der regionalen und überregionalen Holzwirtschaft gegründet – hat sich die vorwettbewerbliche Förderung der Leichtbaukonstruktion im Möbel- und Innenausbau zum Ziel gesetzt. „Dabei spielt für uns die ganz konkrete, thematische Unterstützung der Aus- und Weiterbildungseinrichtungen im Holzhandwerk auch immer eine ganz wichtige Rolle“, bemerkt Peter Kettler als geschäftsführender Vorstand des Branchen-Netzwerkes. In diesem Sinne hat der igeL im Frühjahr einen neuen Leichtbau-Musterkoffer für Berufsschullehrerinnen und -lehrer sowie andere Multiplikatoren im Holzhandwerk aufgelegt. Die Mustersammlung mit über 35 modernen Leichtbauplattenwerkstoffen kann ab sofort gegen eine Schutzgebühr von 10 € beim igeL unter folgender E-Mail-Adresse bestellt werden: info(at)igel-ev.net