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15. Februar 2018 11:11

„Jeder Neubau ist eine Zusatzbelastung“

Professorin Susanne Schwickert moderierte den Detmolder Bauphysiktag. Fotos: Teschner

Die Pausen wurden zum Netzwerken genutzt.

40 bis 60 Prozent Energieeinsparung sei nach einer Sanierung von historischen Gebäuden möglich, sagte Dr. Diana Wiedemann.

Historische Gebäude energieeffizient, schadensfrei und anspruchsvoll gestaltet zu sanieren, das war das Thema  des dritten Detmolder Bauphysiktages. Dazu waren am 15. Februar 150 Expertinnen und Experten auf den Detmolder Campus der Hochschule OWL gekommen.
 
„Es wird immer noch zu viel an Neubauten gedacht“, kritisierte Professorin Susanne Schwickert, die im Namen des Forschungsinstituts „Future Energy – Institut für Energieforschung (iFE)“ zum Detmolder Bauphysiktag eingeladen hatte. Dabei gehe es bei der Altbausanierung darum, vorhandene Bausubstanz zu erhalten. Planer bewegten sich hier stets im Spannungsfeld zwischen der Erfüllung klimaschutzgerechter Sanierungsstandards und dem Wunsch nach „Architekturschutz“. Die Bauphysik sei dabei die Schlüsseldisziplin zu qualitativ hochwertigen, schadensfreien Sanierungen. Aus Sicht der Forscherinnen und Forscher ergäbe sich daraus eine Vielzahl an Themen.
 
Der Gebäudebestand in Deutschland umfasst 21 Millionen Altbauten, mehr als 85 Prozent hiervon seien reine Wohngebäude. 40 bis 60 Prozent Energieeinsparung sei nach einer Sanierung von historischen Gebäuden möglich, wie Dr. Diana Wiedemann (Grundmann+Wiedemann Architekten, Freiburg) ausführte. „Jeder Neubau ist eine Zusatzbelastung“, sagte auch Klaus Michael (Leiter des Niedrigenergieinstituts Detmold). „Wir sollten so viele Altbauten sanieren, dass wir die Neubauten verschmerzen können.“ Bei der Dämmung eines Gebäudes sei die Kellerdecke ein Potential, das oft unterschätzt werde. Hinzu komme, dass Kellerabgänge oft undicht seien.
 
Ob Schlagregen oder Lichtdichtheitsmessungen, nachträgliche Verfugungen in historischem Mauerwerk oder Schallschutz von Holzbalkendecken – erfahrene Referentinnen und Referenten aus Praxis, Forschung und Lehre stellten eine Auswahl von innovativen Ansätzen, wissenschaftlichen Erkenntnissen, ingenieurtechnischen Verfahren und allgemein anerkannten Regeln der Technik vor, die für die praktische Arbeit vor Ort relevant und hilfreich sind.
 
Kontakt: Future Energy – Institut für Energieforschung (iFE), Denise Hohenstein, Telefon 05261 702-5372, E-Mail info(at)ife-owl.de