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18. Mai 2017 15:14

Kinderleichte Controlling-Software?

Benjamin Wegener ist Mitarbeiter am Fachbereich Produktion und Wirtschaft und war am Projekt maßgeblich beteiligt.

Ein kleines Modul am unteren Bildschirmrand zeichnete den Blickverlauf der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf. Dadurch konnten die Interaktions- und Bedienelemente der Software identifiziert werden, die durch die Nutzerinnen und Nutzer nicht oder falsch verstanden wurden.

Selbst Kleinkinder sind schon routiniert im Umgang mit dem Smartphone – das liegt unter anderem an den sehr intuitiven Betriebssystemen. Die Firma Diamant Software entwickelt Software für Rechnungswesen und Controlling. Ob die Bedienung für die Anwenderinnen und Anwender hier ähnlich selbsterklärend ist, haben Forscherinnen und Forscher am Fachbereich Produktion und Wirtschaft der Hochschule OWL nun mittels einer Eye-Tracking-Studie herausgefunden.

Bedienbarkeit und Anwendererlebnis sollten beim Projekt „Verifizierung der User Experience ausgewählter Diamant/3 Masken mittels Eye-Tracking-Experimenten“ untersucht werden. Dafür hatte das Team um Professor Christian Faupel und seinen Mitarbeitern Benjamin Wegener, Artur Neufeld und Christoph Richert 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Experiment gewinnen können, die sich in eine Kontroll- und eine Experimentalgruppe aufteilten. Die Experimentalgruppe setzte sich aus Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Diamant zusammen, die die Software und die Produkte der Firma bereits kannten. Die Kontrollgruppe bestand aus Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschule, die keine Vorerfahrung mit der Software hatten.

Durch die Aufzeichnung des Blickverlaufs (Eye Tracking) konnten die Interaktions- und Bedienelemente der Software identifiziert werden, die durch die Nutzerinnen und Nutzer nicht oder falsch verstanden wurden. Darüber hinaus können aus der Blickverlaufsauswertung wertvolle Hinweise für die Anordnung von Elementen und Schaltflächen gezogen werden. Die Auswertungen ergaben ebenso, dass es zwischen der Experimental- und der Kontrollgruppe keinen signifikanten Unterschied gab. Das heißt: Im Allgemeinen ist die Software relativ selbsterklärend, denn auch die Studierenden und Beschäftigten der Hochschule, die vorher noch nicht in Kontakt mit dem Programm kamen, waren ähnlich erfolgreich in der Bedienung wie die Beschäftigten von Diamant Software. Es zeigte sich zudem ein deutlicher Trend: Je jünger die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren, desto schneller konnten sie die gestellten Aufgaben im Experiment lösen. Die Ergebnisse der Studie wurden in Handlungsempfehlungen zusammengefasst und an das Unternehmen gespiegelt. Diamant Software wird die Handlungsempfehlungen nun in der Weiterentwicklung der Software berücksichtigen.