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13. November 2018 09:24

„Landschaft brauchen wir alle“

Sie behalten die Landschaft im Blick: Professor Boris Stemmer (r.) hat die Sprecherschaft des Forschungsschwerpunktes Kulturlandschaft von Professor Ulrich Riedl übernommen. Katrin Herber steht den beteiligten Forschenden als Ansprechpartnerin zur Seite.

Die Übergabe erfolgte im Rahmen der Jahressitzung des Forschungsschwerpunktes im Oktober 2018.

Professor Boris Stemmer ist neuer Sprecher des Forschungsschwerpunktes „Kulturlandschaften“. Er hat das Amt im Oktober 2018 von Professor Ulrich Riedl übernommen. Im Interview erklärt er, warum das Thema des ältesten Forschungsschwerpunktes der Hochschule OWL auch heute hoch aktuell ist.

Wenn Sie es kurzfassen: Was sind eigentlich Kulturlandschaften?


Professor Boris Stemmer: Als Kulturlandschaften bezeichnen wir alle Landschaften, die sich unter natürlichen oder anthropogenen Einflüssen gebildet haben. Ein Fokus in unserer Forschung lag dabei bis vor einiger Zeit auf solchen Landschaften, deren Entwicklungsgeschichte im Laufe der Zeiten heute noch erkennbar ist. Hier spricht man von historischen Kulturlandschaften.

Der Forschungsschwerpunkt Kulturlandschaft hat im Juni 2018 sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Ist das Thema heute immer noch aktuell?

Stemmer: Das Thema ist hoch aktuell: Landschaften sind heute eine knappe Ressource – vor allem in Ballungsräumen, wozu der demographische Wandel und die Urbanisierung beitragen. Deshalb wird es immer wichtiger, die Qualität von Landschaften zu erhalten und zu erhöhen. Dabei geht es um das Zusammenwirken des Menschen mit bestehenden Landschaften und um die Funktionen, die Landschaften für den Menschen haben können: Das reicht von der Erholung über das Gefühl von Heimat, bis zur Produktion von Nahrungsmitteln und Ökosystemleistungen, wie etwa der Filterung von Wasser durch die Böden. Landschaft brauchen wir alle!

Was wurde in den bisherigen 25 Jahren des Bestehens schon erreicht?

Stemmer: Bei dieser Frage möchte ich mich zuallererst bei meinem Vorgänger bedanken: Ulrich Riedl hat die Funktion des Sprechers des Forschungsschwerpunktes rund zehn Jahre lang mit viel Engagement ausgefüllt. Ich glaube, besonders hervorzuheben ist, dass es in den vergangenen 25 Jahren eine kontinuierliche Forschungsarbeit gegeben hat – das ist für eine Fachhochschule bemerkenswert und wichtig für den Standort Höxter. Zentral ist außerdem das Zusammenspiel der Forschung mit der Lehre und dem Transfer in die Region. Wir haben viele kleine und auch studentische Projekte, die auf die Region Einfluss nehmen. Häufig kommen auch Kreise und Städte aktiv auf uns zu.

Der Forschungsschwerpunkt ist am Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung angesiedelt.

Stemmer: Ja, aber das ist keine Begrenzung: Wir haben schon heute gute Verbindungen mit Forscherinnen und Forschern des Fachbereichs Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik sowie des Fachbereichs Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur. In Zukunft wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit auch eine immer wichtigere Rolle spielen. Ich freue mich, dass wir mit Katrin Herber eine wissenschaftliche Mitarbeiterin haben, die mit einer halben Stelle solche Kooperationen koordinieren und als Ansprechpartnerin für die beteiligten Forscherinnen und Forscher fungieren kann.

Wie spielt der Forschungsschwerpunkt denn in die aktuell am Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung entstandene Forschungs- und Transferstrategie ein?

Stemmer: Der Forschungsschwerpunkt Kulturlandschaft übernimmt eine zentrale Funktion bei der Umsetzung unserer Strategie – sei es bei der Einwerbung von Drittmitteln, der Anzahl der Publikationen oder den betreuten Promotionen. Bei den Drittmitteln ist dabei zu beachten, dass wir mit landschaftsbezogenen Themen auf öffentliche Fördergelder angewiesen sind; Wirtschaftspartner gibt es hier in aller Regel nicht. Aktuell ist das Bundesamt für Naturschutz unser mit Abstand größter Drittmittelgeber. Künftig wollen wir uns auch für Fördermittel der Europäischen Union platzieren. Dabei muss man manchmal auch die Fahnen in den Wind drehen und die Themen besetzen, die aktuell politisch als relevant gesehen werden. Das tun wir etwa bei Forschungsvorhaben rund um erneuerbare Energien, also beispielsweise die Wahrnehmung von Windkraftanlagen in der Landschaft.

Wie entwickelt sich der Forschungsschwerpunkt in nächster Zeit weiter?

Stemmer: Wie schon angedeutet, sind wir in einem sehr dynamischen Themengebiet unterwegs, das sich mit einer hohen Geschwindigkeit weiterentwickelt. Damit werden wir Schritt halten. Dazu zählt auch das noch stärkere Sichtbarmachen unserer Aktivitäten – sei es durch eine Neugestaltung unseres Internetauftritts, durch noch mehr Kooperationen mit anderen Hochschulen und vor allem Universitäten oder die internationale Vernetzung durch Auftritte auf europäischen Konferenzen.

Kontakt:
Professor Dr. Boris Stemmer, Telefon 05271 689-7504, E-Mail boris.stemmer(at)hs-owl.de;
Katrin Herber, Telefon 05271 689-7435, E-Mail katrin.herber(at)hs-owl.de

Weitere Informationen zum Forschungsschwerpunkt Kulturlandschaft: https://www.hs-owl.de/fb9/forschung/forschungsschwerpunkt.html