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31. Januar 2017 13:19

Laut, lauter, am lautesten: Kinder-Uni erklärt das Hören

Über 100 Kinder nahmen an der Vorlesung zum Thema Hören teil.

Die Schülerinnen und Schüler hatten dieses Mal die Gelegenheit, alte Hörverstärker genauer zu betrachten.

Jubelnde Kinder: Bei einem Experiment probierten die Kinder aus, wie laut sie gemeinsam werden können.

Mehr als 100 Jungen und Mädchen nahmen am vergangenen Samstag an der Vorlesung der Kinder-Uni teil, die auf dem Campus Detmold der Hochschule OWL stattfand. Die Professoren Manfred Pilgramm und Malte Kob erklärten, wie das Hören funktioniert, warum einige Menschen besser hören als andere und warum Hörpausen wichtig sind. Am Ende gab es dafür einen tobenden Applaus.

Ein bisschen aufgeregt waren die Dozenten vor der Vorlesung schon. Schließlich unterrichten sie nicht jeden Tag so junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Los ging es mit einem allgemeinen Einstieg in das Thema Hören und einem Stück Traubenzucker für die Konzentration. Professor Manfred Pilgramm von der Hochschule OWL erklärte genau, was im Kopf beim Hören passiert und wie das Ohr von innen aufgebaut ist. Besonders beeindruckt war der Professor vom Vorwissen der Kinder, die auf seine Fragen souverän antworteten.

Wie funktioniert das Hören denn jetzt? Weht draußen beispielsweise der Wind, bewegen sich die Blätter der Bäume und die Bäume wiederum verursachen eine Bewegung der Luftmoleküle und bringen sie zum Schwingen. Diese Schwingungen können als Schallwellen vom Ohr wahrgenommen werden. Das Ohr sorgt dafür, dass die Schallwellen in Nervenimpulse umgewandelt werden und vom Gehirn verarbeitet werden können – dann hören wir etwas. Genau so funktioniert es auch beim Wahrnehmen von Musik oder Sprache, jede akustische Information verursacht Schallwellen. Akustik-Berater Professor Malte Kob erklärte den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zudem sehr genau was mit einem Schallereignis im Ohr passiert und warum wir eigentlich zwei Ohren haben. Der Schall ist zwar sehr schnell, aber unser Gehirn ist noch ein bisschen schneller: Wenn ein Geräusch von rechts kommt, dann trifft es erst auf das rechte Ohr, dann auf das linke. Das Gehirn hat jetzt registriert, dass das rechte Ohr das Geräusch zuerst gehört hat. Deshalb kann es die Richtung des Geräusches bestimmen.
Mit Videodemonstrationen, Modellen, praktischen Beispielen und einem spannenden Hörquiz zeigten die Professoren, dass Wissenschaft interessant und unterhaltsam sein kann. So durften die Kinder beispielsweise einen alten Hörverstärker ausprobieren oder testen, wie laut sie werden müssen, damit die Lautstärkeampel von Professor Kob rot anzeigt. Ein besonderes Highlight war die endoskopische Kamera, mit der Professor Pilgramm die Ohren der Kinder untersuchte und damit zeigte, wie ein Ohr von innen aussieht.


Professor Manfred Pilgramm ist als Hals-Nasen-Ohrenarzt seit 1989 in Lippe tätig. Lange Zeit hat er sich klinisch und wissenschaftlich mit Hörproblemen und Ohrgeräuschen beschäftigt. Seit 2010 betreut er das Lehrgebiet Wohnmedizin an der Hochschule OWL. Professor Malte Kob ist Akustik-Berater.