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17. September 2018 08:40

Lehrende aus Syrien und Jordanien zu Gast in Höxter

Im Rahmen des Projektes erhalten die syrischen und jordanischen Universitäten auch finanzielle Mittel für Laborausstattungen. Professor Salman Ajib gab ebenso wie seine Kollegen den Gästen in Höxter Einblicke in einige Labors des Fachbereichs Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Weiterbildungs-Workshops

Hochschulpräsident Professor Jürgen Krahl begrüßte die Gäste.

Im internationalen Projekt EGREEN unterstützen Wissenschaftler der Hochschule OWL die Hochschulausbildung in Syrien und Jordanien. Mitte September haben zwölf Lehrende den Campus in Höxter besucht, um in den hier entwickelten neuen Kursen fit zu werden, die sie ab Oktober in ihren Heimatländern an Bachelor-Studierende vermitteln.

Das Projekt EGREEN zielt darauf, Studierende in Syrien und Jordanien für die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. In beiden Ländern gibt es ein großes Potenzial für erneuerbare Energien, das bislang nur wenig genutzt wird, wie Professor Salman Ajib erklärt: „Gerade das Angebot an Solarenergie ist in Syrien und Jordanien so hoch, dass beide Länder ihre Energiebedarfe damit gut decken könnten. Bisher macht diese Energieform jedoch nur unter drei Prozent der Energieversorgung aus.“ Mehr Sonnenenergie würde nicht nur die Gas- und Ölvorräte der Länder schonen und den Schadstoffausstoß reduzieren, sondern die Energieversorgung auch preisgünstiger und flexibler machen, erläutert Ajib, der das Projekt EGREEN an der Hochschule OWL koordiniert, wo er das Fachgebiet Erneuerbare Energien und dezentrale Energieversorgung leitet.

Partner aus fünf Ländern

Sechs Hochschulen aus Jordanien, drei aus Syrien, je zwei aus Deutschland und Portugal sowie eine aus Österreich bilden das Konsortium des Projektes EGREEN. Hinter dem ausführlichen Projekttitel „Development Of Environmental Engineering Courses And Injection Of Climate Change Concept For Undergraduate Curriculum“ verbirgt sich die Entwicklung von Kursen im Umweltingenieurwesen und die Einführung des Begriffes Klimawandel im Lehrplan für das grundständige Studium.

Im August und September 2018 besuchten syrische und jordanische Lehrkräfte die europäischen Hochschulen, um fünftägige Intensivkurse zu absolvieren, in denen sie mit den Lehrinhalten vertraut gemacht wurden, die im Rahmen des Projektes entstanden sind. Zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen Mitte September nach Höxter. Hier bildeten sie sich in den Gebieten Wasser und Abwasser, Umweltmonitoringsysteme, regenerative Energien sowie Meteorologie und Schadstofftransport weiter.

Erfolgreiche Zwischenevaluation

Bereits Anfang September fand zudem ein Projekttreffen in Innsbruck statt. Hier besprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die weiteren Arbeitsschritte, damit die neu entwickelten Kurse im Oktober starten können. Pünktlich zu diesem Treffen lag auch die Zwischenbewertung des Projektes von der Europäischen Kommission vor – diese bewertet den Projektfortschritt mit „sehr gut“. Besonders lobten die Gutachter die Einbindung von Studierenden: Studentinnen und Studenten unterschiedlicher Disziplinen von den teilnehmenden Partneruniversitäten konnten an Umfragen teilnehmen; ihre Einschätzungen fließen in das Projekt ein.

Auf bestehenden Inhalten aufbauen

Das Team der Hochschule OWL ist für die Entwicklung von Studienverlaufs- und Lehrplänen zuständig. Ajib erklärt: „Dieses Aufgabenpaket zielt darauf, die Inhalte von 14 Kursangeboten zu aktualisieren und zu verbessern und so die bestehende Lehre an den jordanischen und syrischen Partnerhochschulen zu optimieren. Hinzu kommen zwei ganz neu entwickelte Kurse.“ Die syrischen und jordanischen Universitäten bringen ihre bestehenden Lehrpläne in das Projekt ein; die europäischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ergänzen diese mit ihrer jeweiligen fachlichen Expertise. „Verantwortlich für die Lehre der neuen Programme sind die jordanischen und syrischen Professoren. Beim ersten Durchlauf erhalten sie Unterstützung seitens der europäischen Partner – entweder persönlich vor Ort oder virtuell“, so Professor Ajib.

Einblicke in Theorie und Praxis

Das Projekt wird über drei Jahre bis Mitte Oktober 2019 mit rund einer Million Euro über das Programm Erasmus+ von der Europäischen Union gefördert. 62.000 Euro davon entfallen auf die Hochschule OWL. Neben Professor Ajib sind vier weitere Professoren des Fachbereichs Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik beteiligt: Joachim Fettig (Fachgebiet Wassertechnologie), Klaus Maßmeyer (Umweltmeteorologie), Martin Oldenburg (Biologische Abwasserreinigung und Abwasserverwertung) und Burkhard Wrenger (Autonome Sensorsysteme). Sie alle haben den Gästen aus Syrien und Jordanien in Höxter theoretische und praktische Einblicke in ihre Lehrgebiete gegeben und die neuen Kursinhalte final abgestimmt.

Im Sommer 2019 steht ein weiterer Austausch auf dem Programm: Fünf Studierende aus jeder der beteiligten syrischen und jordanischen Universitäten kommen für zweiwöchige Aufenthalte an die europäischen Partnerhochschulen, um hier Praktika zu absolvieren.

Weitere Informationen zum Projekt EGREEN:
sites.ju.edu.jo/en/egreen