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07. Dezember 2016 16:40

Mehr Flussnatur im Einklang mit Tourismus

Professor Ulrich Riedl vom Fachgebiet Landschaftsökologie und Naturschutz der Hochschule OWL moderierte die Flusskonferenz. Foto: Schackers/UIH

Der Schirmherr der Veranstaltung, Professor Klaus Töpfer, wendete sich per Videobotschaft mit einem Grußwort an die Teilnehmenden. Foto: Schackers/UIH

Auf dem Podium diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Kreise Höxter und Hameln, des Weserberglandtourismus, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, der Bezirksregierung Detmold, des BUND sowie des Arbeitgeberverbandes Weserbergland. Foto: Schackers/UIH

Mehr als 220 Gäste nahmen an der Tagung teil. Foto: Schackers/UIH

Der Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der Hochschule OWL ist beteiligt im „Initiativkreis Oberweser“, der sich für neue Entwicklungsperspektiven an der Oberweser einsetzt. Den Auftakt für das Vorhaben bildete die Oberweser-Flusskonferenz im November 2016.

Die Oberweser durchfließt von Hannoversch Münden bis Minden auf rund 200 Kilometern die drei Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Sie prägt das angrenzende Weserbergland und zieht naturverbundene Touristen in die Region: Der Weserradweg, die Fahrgastschifffahrt und zunehmend auch Wander- und Kanutouren locken Reisende an und auf den Fluss. Damit dies so bleibt und Flussnatur sowie Naturtourismus im Einklang stehen, hat sich der „Initiativkreis Oberweser“ gegründet. Ihm gehören unter anderem die Hochschule OWL und das Zukunftszentrum Holzminden-Höxter an. Weitere Partner sind beispielsweise der BUND in Niedersachsen, das Auenökologische Zentrum Burg Lenzen, die Stiftung für die Natur Ravensburg und die Bezirkskonferenz Naturschutz OWL. „Unter Einbindung der verschiedenen Akteure entlang des Flusses kann es gelingen, die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte zu stärken, um das Zusammenleben der Menschen über kommunale Grenzen hinweg positiv zu gestalten. Dies steigert wiederum die Lebensqualität vor Ort“, beschreibt Katrin Herber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsschwerpunkt Kulturlandschaft der Hochschule OWL, Ziele des Initiativkreises.

Konkreter Hintergrund für die Bildung des Initiativkreises ist die Neuaufteilung des Bundeswasserstraßennetzes in ein Haupt- und ein Nebennetz, bei der die Oberweser in der siebten von sieben Kategorien gelandet ist: „Bundeswasserstraße mit überwiegend touristischer Bedeutung“. Damit fließt einerseits künftig weniger Geld des Bundes in die Unterhaltung dieser Wasserstraße. Andererseits eröffnet das Bundesprogramm „Blaues Band“ Möglichkeiten, um Fördermittel für Renaturierungsmaßnahmen einzuwerben. Darüber hinaus möchte der Initiativkreis zur Erfüllung der EU-Wasserrahmenrichtlinie beitragen.

Die Hochschule OWL beteiligt sich im Rahmen ihres Forschungsschwerpunktes „Kulturlandschaft“. Fließgewässer und Auen gehören seit seiner Gründung 1973 zu den Hauptarbeitsfeldern des  Forschungsschwerpunktes. „Dabei leistet er einen wichtigen Beitrag, durch Forschung generiertes Wissen in die Region zu tragen und diese durch innovative Ideen zu stärken“, sagt Professor Riedl. Die Aktivitäten im „Initiativkreis Oberweser“ erhöhten die Chancen für Projektanträge im Kontext des Bundesprogramms „Blaues Band“, die der Forschungsschwerpunkt vorbereite.

Einen öffentlichen Auftakt für das Vorhaben bildete die Oberweser-Flusskonferenz Mitte November 2016. Mehr als 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Institutionen und Kommunen waren dazu im Weserberglandzentrum in Hameln zusammengekommen. Die Schirmherrschaft hatte Klaus Töpfer übernommen, ehemaliger Leiter des UN-Umweltprogramms. Die Teilnehmenden und die Referenten – darunter Vertreter des Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministeriums sowie der Umweltministerien von NRW, Niedersachsen und Hessen – tauschten sich über Potenziale einer Renaturierung der Oberweser aus. Im Rahmen der Veranstaltung haben zudem die drei Bundesländer NRW, Niedersachsen und Hessen sowie die drei Anrainer-Landkreise in Ostwestfalen-Lippe – Höxter, Lippe, Herford, Minden – und die drei Anrainer-Landkreise in Niedersachsen – Hameln-Pyrmont, Holzminden, Northeim – die „Oberwesererklärung“ unterzeichnet. Hierin erklären sie, dass sie alle in Frage kommenden Förderinstrumente von Bund, Ländern und Europäischer Union nutzen werden, um konkrete Modellprojekte zur Revitalisierung der Oberweser zu initiieren und umzusetzen. Außerdem wollen sie sich für die notwendige Bereitstellung des Förderprogramms „Blaues Band Deutschland“ und entsprechender Fördergelder einsetzen und eine Arbeitsgruppe initiieren, um Projekte zur Förderung des Naturtourismus, der Regionalentwicklung und des Naturschutzes zu konkretisieren, weiterzuentwickeln und umzusetzen.

Kontakt:

Professor Ulrich Riedl, Telefon 05271-687-7066, E-Mail ulrich.riedl@hs-owl.de;
Katrin Herber, Telefon 05271 687-7435, E-Mail katrin.herber@hs-owl.de