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31. August 2018 14:19

„Mensch, Raum und Inklusion“ - 11. Symposium des PerceptionLabs

Das Symposium findet auf dem Detmolder Campus statt. Foto: Dirk Schelpmeier

Das 11. Symposium des Forschungsschwerpunkts PerceptionLab an der Hochschule OWL findet am 19. Oktober 2018 von 9 bis 17 Uhr auf dem Campus in Detmold statt. Es steht in diesem Jahr unter dem Thema „Mensch, Raum und Inklusion“ und wird erstmals in Englisch abgehalten. Gemeinsam mit den Referierenden werden neue Denk- und Handlungsstrategien für die Gestaltung von Räumen diskutiert, durch die Orte des sozialen Zusammenlebens entstehen können, die Inklusion und Diversität ermöglichen und fördern.

„Der Fortbestand [...] der Diversität – also die Evolution des Lebenden – hängt von der Anzahl der Menschen und vor allem von den Praktiken ab, die diese Menschen betreiben. [...] Die Uniformisierung der menschlichen Aktivitäten schlägt sich in einem Rückgang der Varianz von Verhaltensweisen nieder. Die Vervielfältigung von Fragmenten Dritter Landschaft (als Orte der Vielfalt) ist ein Selektionsfaktor der Diversität.“ – Gilles Clément: Manifest der Dritten Landschaft

Ganz im Sinne von Cléments Konzept der „Dritten Landschaft“ untersucht der Forschungsschwerpunkt PerceptionLab an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur im Rahmen seines jährlich stattfindenden Symposiums „Mensch, Raum“ in diesem Jahr das Thema „Inklusion“.

Nur selten war der Druck, der auf ganzen Gesellschaften lastet, größer und mannigfaltiger als zur heutigen Zeit, so die Veranstalter des Symposiums. Der generelle Prozess der Globalisierung und damit einhergehende Urbanisierungstrends, die nicht zuletzt durch die Digitalisierung hervorgerufene Verschiebung von Zeit- und Raumgrenzen, die Entstehung von „flüchtigem Raum“, die Dynamisierung weltweiter Bewegungsströmungen durch politische Fehlentwicklungen, das ökologische und ökonomische Ungleichgewicht, die Folgen eines antiproportionalen Bevölkerungswachstums sowie der Überkonsum von Raum und Ressourcen geben Anlass darüber nachzudenken: Wie wollen wir in Zukunft leben?

Neue Strategien von Inklusion und Diversität

Dabei sollen die Begriffe von Inklusion und Diversität kontrovers diskutiert werden. Inwiefern macht die Idee von Individuum und Gesellschaft und damit einhergehende Konzepte wie das des Territoriums, des Innen und Außen, Gestern und Morgen, des Bekannten und des Fremden, des Ich und des Anderen überhaupt noch Sinn? Oder ist das Prinzip der Abgrenzung die logische Reaktion auf eine von Diversität geprägte Gesellschaftsstruktur? Inwieweit ist das Kontern mit dem Erschaffen statisch architektonischer Strukturen die passende Reaktion, oder braucht es nicht viel mehr dynamische Strategien, die auf den enormen Mobilitätsdruck und die unstete Unbeständigkeit flexibel und sensibel reagieren können? Wie können wir es schaffen, die Grenzen eines Inklusionsgedankens zu überwinden, der nur zu oft mit dem Begriff der Integration verwechselt wird?

Wahrnehmen und Wahrgeben – über die soziale Komponente der Wahrnehmung

Wie wir auf unser Gegenüber reagieren, hängt davon ab, wie wir es wahrnehmen. Dabei sind räumliche Kognitionsprozesse keinesfalls objektiv und immer gleich, vielmehr werden sie stark durch bisherige Erfahrungen, persönliche Absichten, individuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse aber auch durch geografische und kulturelle Unterschiede geprägt. Wenn wir davon ausgehen, dass neue Medien wie Virtual Reality (VR) zu einem Verlust von Empathie führen, sind wir dann überhaupt noch in der Lage, den Anderen so wahrzunehmen, dass wir angemessen auf ihn reagieren können; d.h. seine Eigenarten erkennen, seine Bedürfnisse verstehen, seine Situation und den Kontext beurteilen können, um eine adäquate Form der Interaktion zu finden, die eine emotionsbasierte, aber effiziente Kommunikation fördert?

Diversität der Orte

Welchen Beitrag kann Stadt dazu leisten? Wie können wir Räume gestalten, die kulturellen Austausch befürworten, soziale Teilhabe fördern, das Ausleben individueller Lebensmodelle ermöglichen und die Idee des Vielfältigen als gesellschaftlicher Motor verstehen? Wie müssen Räume gestaltet sein, die ein homogenes Zusammenleben heterogener Bevölkerungsgruppen ermöglichen? Welche Potenzialräume bieten dabei „diverse Orte“ urbaner Verdichtungen als zufällige Ansammlung von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Erfahrungen, Bedürfnisse und Ziele? Wie können zwischenmenschliche Differenzen identifiziert und so genutzt werden, um unter Berücksichtigung gegenseitiger Bedürfnisse und Fähigkeiten zukunftsfähige Formen des Zusammenlebens gestalten zu können?

Im Kontext - das PUDCAD Projekt

So wollen sich die Veranstalter beim diesjährigen Symposium „Mensch, Raum und Inklusion“, das zum ersten Mal in Englisch stattfindet, den Wahrnehmungen der unterschiedlichen Perspektiven widmen. Fünf internationale Referenten und Referentinnen aus den Bereichen Social Design, Pädagogik und Psychologie, Design und Strategien, Architektur sowie Stadtaktionismus geben Einblicke in ihre „Denk- und Aktionspraxis“. Ergänzt werden diese durch zahlreiche Beiträge praktischer Arbeiten von Professoren, Professorinnen und Studierenden des Fachbereichs Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur der Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

Das Symposium stellt in diesem Jahr die Abschlussveranstaltung der vorangehenden Konferenzwoche des „ERASMUS+“- Projekts PUDCAD dar, in dem das PerceptionLab zusammen mit sieben internationalen Partnern kooperiert, um gemeinsam einen Beitrag zur Inklusion an europäischen Schulen zu leisten. Die Veranstaltung wird durch eine Ausstellung der Ergebnisse eines in diesem Rahmen stattfindenden internationalen Studierendenworkshops ergänzt. So entsteht eine Plattform zum aktiven und interdisziplinären Austausch aller Interessierten am Thema der Inklusion.

Fortbildungspunkte für die Veranstaltung sind bei der Architektenkammer beantragt.

Anmeldung zum Symposium

Weitere Informationen: www.perceptionlab.de oder per Mail: perceptionlab(at)hs-owl.de

Kontakt: Jan Phillip Ley, Telefon 05231 769-6962, E-Mail jan.ley(at)hs-owl.de