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18. April 2018 14:26

„Praxisbezug und persönliche Betreuung sind im Studium unbezahlbar“

Andre Nübel hat während seiner Einführungsphase bei Spier auch bei der Rahmenfertigung mit angepackt

Jürgen Spier (Geschäftsführenden Gesellschafter), Andre Nübel und Andreas Fast (Leiter Vertrieb und Marketing) (v.l.)

Absolventenfeier (v.l.): die Hochschul-Vizepräsidentinnen Ulrike Kerber und Yvonne-Christin Bartel, Prof. Dr. Jürgen Nautz, Leiter des Studienzentrums, Absolvent Andre Nübel, Prof. Martin Stawinoga, Absolvent Patrick Ide, Paderborns IHK-Chef Jürgen Behlke sowie Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln (Fotos: Hochschule OWL)

Andre Nübel ist der erste Absolvent, der den Studiengang Betriebswirtschaftslehre für kleine und mittlere Unternehmen an der Hochschule OWL am Studienort Warburg mit dem Bachelor of Science abgeschlossen hat. Bereits seit dem 1. November 2017 arbeitet der gebürtige Paderborner und Wahl-Bad-Lippspringer bei der Spier GmbH & Co. Fahrzeugwerk KG als kaufmännischer Trainee.

Der Studiengang BWL für KMU ist Ausdruck der guten Kooperation der Hochschule OWL in die Region. Er ist im Jahr 2014 in Zusammenarbeit mit Politik und Wirtschaft entstanden, und 60 Prozent der Studierenden kommen aus OWL. Darüber hinaus bleiben wie der 27-jährige Andre Nübel etwa 60 Prozent der Absolventen der Hochschule OWL in der Region und damit der heimischen Wirtschaft erhalten. Im Interview blickt der 27-Jährige auf seine Studienzeit in Warburg und seine Arbeit bei Spier.

Herr Nübel, Sie sind nahtlos von Studium in den Beruf eingestiegen und nun bei Spier als kaufmännischer Trainee tätig. Welche Studieninhalte lassen sich auf Ihre Arbeit übertragen?

Die klassischen Studienfächer Wirtschaftswissenschaften I und II, in denen es um die Grundlagen des ökonomischen Denkens und entscheidungsorientierte BWL ging, sind eine wirklich hilfreiche Basis für die Arbeit. Besonders das Projektmanagement und die Gruppenarbeiten waren eine wertvolle Vorbereitung auf den Berufsalltag.

Die Hochschule OWL ist bekannt für ihren starken Praxisbezug. Wie haben Sie ihn wahrgenommen?

Es war toll, dass wir neben unseren Professoren auch viele Dozenten direkt aus der Wirtschaft hatten, die uns tiefergehende Einblicke in die Arbeit von kleinen und mittleren Unternehmen gegeben haben. Zum Teil haben wir auch Unternehmen in der Region besucht. So war der Praxisanteil wirklich sehr hoch, das hätte mir eine andere Universität kaum bieten können, wo man dann auch noch mit 900 Leuten im Audimax sitzt und alles sehr anonym ist. Deshalb habe ich mich damals auch bewusst für die Hochschule OWL entschieden. Außerdem ermöglichte die kleinere Anzahl von Studierenden – wir waren zunächst ca. 60 Leute – auch eine persönliche Betreuung durch die Professoren. Jeder kannte jeden. Wir waren nicht nur Nummern oder Namen auf einem Blatt Papier, sondern konnten uns auch spontan mit unseren Fragen und anderen Themen an die Hochschul-Mitarbeiter wenden. Das ist im Studium unbezahlbar.

Was hat Ihnen an Ihrem Studium besonders gut gefallen?

Insgesamt waren es die vielen Gruppenprojeke, die mich weitergebracht haben. So haben wir beispielsweise eine Unternehmensgründung simuliert, Kostenpläne erstellt und mussten uns gleichzeitig auch in Gruppen mit bis zu sechs Personen untereinander abstimmen. Natürlich war das nicht immer einfach, da wir im Team auch mal unterschiedlicher Meinung waren. Aber gerade das hat uns meiner Meinung nach gut auf das Berufsleben vorbereitet.

Im Wahlpflichtfach Wirtschaftswissenschaften wurden uns zum Beispiel durch eine Unternehmensberaterin reale Fälle präsentiert, für die wir uns im Team Strategien ausarbeiten und auch in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Firma agieren durften. Tatsächlich bestand eine Gruppenarbeit darin, für die Firma Spier ein Konzept zu erarbeiten, um die Mitarbeiter-Beschaffung im Bereich Konstrukteure voranzutreiben. Nach unserer Präsentation bei Spier wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen – und habe nun einen tollen Job.

Warburg sieht auf den ersten Blick nicht unbedingt als Hochschulort mit vielen Möglichkeiten für Studierende aus. Wie haben Sie die Stadt als Studienort empfunden?

Warburg ist natürlich nicht so groß, von daher haben wir keine Uni-Partys besuchen können. Ein echtes Highlight ist die Oktoberwoche, die wir regelmäßig besucht und für die wir auch mal abends von Paderborn aus oder am Wochenende extra wieder hingefahren sind. Auch neue Studierende haben wir dorthin direkt zu Semesterbeginn mitgenommen. Aufgrund der nur bis ca. 22 Uhr fahrenden Busse oder Bahnen musste man sich als Heimfahrer allerdings im Vorfeld sehr gut selbst organisieren. Ab und zu habe ich auch bei Kommilitonen übernachtet, die in Warburg wohnen. Mit der Fachschaft und auch einfach mal spontan sind wir gerne in die Kneipe „Pfefferminz“ gegangen.

Wie sehen Ihre Tätigkeiten bei Spier aus?

Als Trainee habe ich wie jeder neuer Mitarbeiter zunächst eine Einführungsphase erlebt, in der ich in alle Bereiche des Unternehmens hineinschnuppern konnte. Das ist für das Verständnis für die Tätigkeiten der Kollegen sehr hilfreich. Ob Verwaltung, Produktion oder Vertrieb. Hier mal eine Schraube drehen, auch mal mit anzupacken, etwas zu verladen. Besonders die Abwicklung im Kundendienst und in der Qualitätssicherung war sehr interessant. Im Studium haben wir natürlich auch gelernt, wie Kundengespräche zu führen sind. Ich persönlich hatte den Vorteil, dass ich bereits in meiner Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann die Erfahrung hatte, mit Kunden zu telefonieren und es mir deshalb überhaupt nicht schwerfällt.

Es folgte ein Monat in der Fertigungsleitung, bei der es um die Auswertung und Planung der Produktivität ging, ob wir im Soll sind. Und jetzt bin ich seit Anfang März im Vertrieb im Bereich Kühlaufbauten. Ich schreibe Angebote oder korrigiere Angebote nach Rücksprache mit den Kunden, beantworte Preisanfragen und führe Berechnungen durch, sodass wir letztendlich dem Kunden das auf ihn zugeschnittene Angebot unterbreiten können.

Wie lauten Ihre persönlichen beruflichen Ziele?

Irgendwann würde ich sehr gerne eine Führungsposition bekleiden und mit einem guten Team zusammenarbeiten. Es wird sich sicher im Laufe der Zeit entwickeln, zunächst gilt es, das Unternehmen Spier noch besser kennenzulernen. In den nächsten Monaten werde ich noch Einblicke in den Trockenfrachtbereich erhalten und in den Einkauf gehen und im Anschluss werde ich mit meinem Ausbildungsleiter gemeinsam den weiteren Weg festlegen.

 

Betriebswirtschaftslehre für kleine und mittlere Unternehmen

„BWLer“ beschäftigen sich mit der erfolgreichen Steuerung von Unternehmen. In Ergänzung zum Studiengang Betriebswirtschaftslehre, den wir in Lemgo anbieten, legt der Studiengang BWL für KMU an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe einen Fokus auf die Besonderheiten von kleinen und mittleren Unternehmen. Dabei geht er speziell auch auf die Bedürfnisse der starken Wirtschaftsunternehmen in Ostwestfalen-Lippe ein, die auch bereits an der Konzeption des Studiengangs vor seiner Einführung mitgearbeitet haben. Das Studium ist praxisorientiert ausgerichtet, ohne die grundlegenden theoretischen und methodischen Inhalte des Faches zu vernachlässigen.

Bis zum 15. Juli können sich Studieninteressierte direkt online für ein Studium an der Hochschule OWL einschreiben. Weitere Informationen auch unter www.hs-owl.de/studistart