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10. November 2016 13:15

Smart Homes im Schulunterricht

Schülerinnen der 9. Klasse des Engelbert-Kaempfer-Gymnasiums freuen sich über das Smart Home-Modell

Licht, das automatisch ausgeht, wenn man den Raum verlässt, von unterwegs per Smartphone die Heizung zuhause anschalten, im Urlaub automatisch Jalousien hoch und runter fahren lassen – all das geht in einem Smart Home. Doch damit das alles geht, ist jede Menge Technik notwendig. Um Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Fächer zu begeistern, hat die Hochschule OWL in Kooperation mit dem zdi-Zentrum Lippe.MINT Smart Home-Modelle für den Schulunterricht entworfen und gebaut. Das erste Modell wurde am Montag, dem 7. November Schülerinnen des Engelbert-Kaempfer-Gymnasiums überreicht.

„Mit Hilfe der Smart Homes möchten wir bei Schülerinnen die Neugier an MINT Themen wecken”, so Dr.‘in Meike Seidel-Kehde, Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule OWL. „Noch immer werden naturwissenschaftliche und technische Fächer überwiegend von Männern studiert. Darum ist es wichtig, Mädchen frühzeitig für MINT Themen zu interessieren. Die Smart Homes sollen ein Schritt auf diesem Weg sein.“ Die Modellhäuser, die schon ab der fünften Klasse zum Einsatz kommen sollen, verfügen über Funktionen echter Smart Homes: Temperaturregelung, Licht in allen Räumen, eine Alarmanlage, sogar eine Photovoltaikanlage – alle Funktionen können individuell programmiert und gesteuert werden. Somit zeigen die Smart Home-Modelle praxisnah, wie Schulfächer wie Mathe, Informatik, Technik oder Physik im echten Leben angewendet werden können. Die Schülerinnen lernen anhand der Häuser vielfältige Themenbereiche kennen: Sie berechnen mit Integralfunktionen die Heizenergie des Hauses, programmieren die Alarmanlage, befassen sich mit Solarenergie als alternativer Energiequelle oder lernen den Umgang mit einem Multimeter zur Messung von elektrischer Spannung. „Die Idee dahinter ist, Fächer wie Mathe oder Informatik aus ihrer verstaubten Ecke herauszuholen. Die Smart Homes zeigen, dass MINT Fächer ganz und gar nicht trocken sind, sondern einen Bezug zum echten Leben haben“, erklärt Professor Oliver Niggemann vom Fachbereich Elektrotechnik und Technische Informatik der Hochschule OWL. Auch Lehrer Dr. Jens Schulze ist überzeugt: „Von der fünften Klasse bis zur Oberstufe können Schülerinnen am Smart Home-Modell spielerisch technische Aspekte erlernen.“

Für das zdi-Zentrum Lippe.MINT ist das SmartHome ein weiterer Mosaikstein in der MINT-Förderung von Mädchen und jungen Frauen. „Nur wenn wir früh beginnen und auf allen Bildungsstufen gemeinsam mit Partnern interessante Angebote machen, können wir mittelfristig mehr junge Frauen für eine MINT-Ausbildung oder ein Studium gewinnen“,  ist Markus Rempe, Vorstand der Lippe Bildung eG auf dem Innovation Campus Lemgo, überzeugt.

Das erste von insgesamt sechs Smart Home-Modellen wurde nun an das Engelbert-Kaempfer-Gymnasium in Lemgo überreicht. Zwei der Modellhäuser wurden von der Hochschule OWL über das Professorinnen-Programm finanziert und gestalterisch speziell auf Mädchen zugeschnitten. Die übrigen vier Häuser wurden von der Lippe Bildung eG in Kooperation mit der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe finanziert und werden in den nächsten Monaten an weitere Schulen übergeben.