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07. September 2018 14:28

Social Entrepreneur Workshops, Pitches und zwei Finalistinnen

User Research und Empathy Building im ZGI:kompakt Workshop. (Foto: Ricarda Jacobi)

Volle Konzentration der vier Jurymitglieder beim Pitchevent (Foto: Jacobi)

Exkursion zum FabLAB Kamp-Lintfort (Foto: Ricarda Jacobi)

"Was gibt es heute aus Großmutters Topf?" Diese Frage brachte zwei Studentinnen der Hochschule OWL ins Finale des SENovation-Award, einem Gründerwettbewerb der MedCom International GmbH. Der Wettbewerb stellt die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft in den Mittelpunkt und fordert dazu auf, diese für neue Geschäftsideen zu nutzen. Die beiden Innenarchitekturstudentinnen Tosca Albrecht und Lena Janßen von der Hochschule OWL verbanden dies mit dem Ansatz des Social Entrepreneurships und haben es mit ihrer Idee "Aus Großmutters Topf" bis ins Finale geschafft.

Die Idee der beiden ist es, eine Social Dining Plattform zu schaffen, die Senioren und junge Menschen zum gemeinsamen Mittagessen zusammenbringt. So gehen sie gleich zwei Probleme an: Junge Studierende und Berufstätige bekommen "was ordentliches zu mampfen" und die Seniorinnen und Senioren erfahren Wertschätzung in Form von Geselligkeit, dem Gefühl, etwas Sinnstiftendes zu tun und einem kleinen Zuverdienst. Am 16. August präsentierte Tosca Albrecht die Idee in Dortmund einer 5-köpfigen Jury und erhielt viel Anerkennung, auch wenn es nicht ganz für den ersten Platz gereicht hat.

Tosca Albrecht und Lena Janßen hatten - so wie insgesamt sechs andere Studierende aus verschiedenen Fachbereichen der Hochschule OWL - ihre Idee im Modul "Social Entrepreneurship" im Sommersemester 2018 entwickelt. Social Entrepreneurship ist eine besondere Form von Unternehmertum und verfolgt das Ziel, unternehmerisches Denken und sozialen Mehrwert zu verbinden. Hierbei wird mit einer Geschäftsidee in erster Linie die Lösung eines gesellschaftlichen Problems angestrebt und weniger der ausschließlich kommerzielle Erfolg. Das bekannteste Beispiel sozialen Unternehmertums ist die Grameen Bank von Nobelpreisträger Muhammad Yunus.

Die Lehrveranstaltung richtete sich an Studierende aller Studiengänge. Die Studierenden konnten eine bereits vorhandene Gründungsidee mitbringen oder aber begleitet von den Lehrenden Ricarda Jacobi, Prof. Andreas Welling und Henrik Mucha systematisch entwickeln. Das Modul war nicht nur für die Studierenden eine wichtige interdisziplinäre Erfahrung, sondern auch für die Dozenten, die ganz bewusst von Beginn an auf einen Team-Teaching Ansatz setzten. So konnten die vielfältigen Fähigkeiten, die das Entwickeln einer Gründungsidee erfordert, zielgerichtet und mit breiter fachlicher Fundierung vermittelt werden. So ist Ricarda Jacobi Start-UP-Coach im knOWLedgeCUBE, dem Gründungsbüro der Hochschule OWL, und vernetzt zudem als Leiterin des virtuellen Unternehmens "Detmolder Campus Agentur" erfolgreich Studierende, Mitarbeiter, Professorinnen und Unternehmer, um praxisnahe Projekte an der Hochschule zu realisieren. Basierend auf ihrer langjährigen Erfahrung vermittelt Jacobi den Studierenden zielgerichtet und passgenau die elementaren Kompetenzen projektorientierter Arbeit.

Prof. Andreas Welling vom hochschuleigenen Institut für Wissenschaftsdialog (IWD) vermittelt den angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren der Fachbereiche 4 und 5 Schlüsselqualifikationen und brachte als habilitierter Betriebswirtschaftler die handfeste und wissenschaftlich fundierte Unternehmerperspektive ein. Henrik Mucha vom inIT forscht an Designprozessen und Innovationsarbeit im Kontext von Industrie 4.0 und hat sich auf Kreativitätstechniken und Kompetenzvermittlung in Design Workshops spezialisiert. Somit konnte Mucha insbesondere im Rahmen der Ideengenerierung und des Rapid Prototyping den Teams Methodenkompetenz und den Umgang mit relevanten Innovationswerkzeugen näherbringen.

Darüber hinaus setzte das Lehrteam auf externes Know-How als weiteres zentrales Element des Moduls. So hielt Frank Leyhausen von der MedCom GmbH einen Vortrag zu den Besonderheiten des Innovierens für ältere Zielgruppen. Das notwendige Wissen bezüglich sozialer Geschäftsmodelle vermittelte den Studierenden der zweitägige ZGI-Kompakt Workshop. Dieser bietet einen intensiven Einblick in alle Facetten des Sozialunternehmertums anhand von Hintergrundwissen, Fallbeispielen und Kreativitätsmethoden zur Erarbeitung eigener Geschäftsideen. Dem Thema Rapid Prototyping nahmen sich die Teilnehmer im Zuge einer eintägigen Exkursion zum FabLab Kamp-Lintfort an, das zu den größten überhaupt zählt. In Kooperation mit Prof. Karsten Nebe von der Hochschule Rhein-Waal bekamen die Studierenden im Rahmen eines Workshops einen umfassenden Einblick in digitale Fertigungstechnologie wie 3D-Druck, Lasercutten oder Arduino.

Den Abschluss des Semesters bildete ein Pitch Event. Am 11. Juli präsentierten die Teams ihre Ideen einer handverlesenen Jury, wobei das beste Konzept sowie der beste Pitch neben Noten auch noch einen Buchpreis mit nach Hause nehmen konnten.

Im kommenden Semester wird das Lehrteam wieder ein Modul anbieten, diesmal mit dem Thema "Intrapreneurship - disruptive thinking". Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Methodenkompetenz, mit dem Ziel, Studierende zu Innovatoren und Change Agents weiterzubilden: Wie stelle ich ein Projektteam zusammen, wie entwickle ich systematisch kreative Ideen, wie teste ich diese Ideen und wie präsentiere ich effektiv? Diese Fragestellungen werden in einer hyperflexiblen Arbeitswelt immer wichtiger. Die Arbeit der Zukunft verlangt nach neuen Kompetenzen wie Problemlösefähigkeit, Kreativität, Kommunikation und Teamfähigkeit. "Wir wollen unseren Beitrag leisten, den Studierenden das notwendige Handwerkszeug mitzugeben", so das Lehrteam. Daher wird das Lehrteam auch im kommenden Semester wieder passenden externen Input einbauen. So wird Prof. Ulrich Nether eine Veranstaltung zum Thema Gestaltung beisteuern, und für den Praxisbezug werden Kooperationen mit Aventics und Fraunhofer sorgen.