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02. Mai 2017 11:06

Stadtgrün und Gewässerschutz

Die Referenten des Forschungskolloquiums - Florian Hoedt (2.v.l.) und Volker Pick (3.v.l.) - mit Professor Ulrich Riedl (l.) und Professor Joachim Fettig.

Beim 6. Forschungskolloquium am Campus Höxter der Hochschule OWL wurden am 26. April 2017 Beiträge aus den beiden Forschungsschwerpunkten „Kulturlandschaft“ sowie „Nachhaltige Wasserwirtschaft und vorsorgender Gewässerschutz“ präsentiert.

Florian Hoedt stellte den aktuellen Stand eines Forschungsprojektes zur Ermittlung des Kohlenstoffspeichervermögens von Stadtgrün als wichtiges Kriterium für einen nachhaltigen Klimaschutz vor. In Kooperation mit der Stadt Remscheid wird derzeit ein Verfahren entwickelt, das es ermöglichen soll, durch die Auswertung und Verarbeitung bereits bestehender Daten und Kartengrundlagen eine Abschätzung des Speicherpotenzials für Kohlenstoff vornehmen zu können. Als eines der Hauptwerkzeuge wird hierbei ein Geografisches Informations System (GIS) eingesetzt. Derzeit wird die automatisierte Klassifizierung zur Ermittlung der jeweiligen Flächennutzung optimiert, um Flächen zu finden, die dann gemeinsam mit den technischen Betrieben Remscheid im Rahmen einer Stichprobenuntersuchung begangen werden sollen. Durch das Projekt wird ein Ansatz geschaffen, um mittels frei zugänglicher Geobasisdaten die Kohlenstoffspeicherwirkung von Stadtbäumen für deutsche Städte zu berechnen. Neben dem verfolgten Lösungsansatz wurden auch die bei den gegebenen Randbedingungen auftretenden spezifischen Probleme erläutert und zur Diskussion gestellt.

Volker Pick berichtete über praktische Untersuchungen zur Reinigung von Gerbereiabwasser in Vietnam, das dort eine der Hauptursachen für die  Gewässerverschmutzung darstellt. Durch den Einsatz einer neuartigen Verfahrenskombination aus Flotationsstufe und Membranbioreaktor gelang es dem Forschungsteam, die maßgeblichen problematischen Abwasserinhaltsstoffe um mehr als 90 Prozent zu reduzieren. Dies stellt eine erhebliche Verbesserung gegenüber den bisher dort eingesetzten Verfahren dar. Dabei musste die Pilotanlage am Standort einer Gerberei unter sehr schwierigen Randbedingungen betrieben werden. Das Team hatte unter anderem mit starker Korrosion und den Auswirkungen von Stromausfällen zu kämpfen. Trotz aller Widrigkeiten wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Das Verfahren kann künftig in Vietnam eingesetzt werden und einen wertvollen Beitrag für den Gewässerschutz leisten.