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09. Juli 2018 15:48

Studierende entwickeln Clip für TV Lemgo

Die Bewegungen der Turnerinnen wurden erfasst und am Rechner mit Effekten neu animiert. Hier ist die Umsetzung des Themas „Wasser“ zu sehen. Alle Bilder: Motion Capture Medienprojekt

Das Team – von links: Andreas Neustädter, Adrian Meija Heim, Marina Brand, Karin Pohlmann (Trainerin), Maximilian Warwitz, Max Ingenhaag, Manuel Raczak sowie die Turnerinnen Elisa Bonmann (Rauch), Lucie Luna Sasse (Feuer) und Leonie Gref (Wasser)

Gedreht wurde an zwei kompletten Tagen im Videostudio der Hochschule OWL.

Gearbeitet wird beim Motion-Capture-Verfahren mit einem Kamerasystem, das Infrarotlicht abstrahlt – dieses wird von den Reflektoren am Anzug der Turnerinnen zurückgespiegelt und von Kameras erfasst.

Sechs Studierende der Medienproduktion an der Hochschule OWL arbeiten aktuell an einem Clip für die Turnabteilung des TV Lemgo. Seine Premiere erlebt er bei der öffentlichen Präsentation der Medienprojekte am 12. Juli 2018.

Aus rhythmischen Bewegungen entsteht Feuer, Wasser und Rauch: Angehende Medienproduzenten der Hochschule Ostwestfalen-Lippe haben die Turnerinnen des TV Lemgo mit der Filmkamera begleitet. Dabei haben sie neben Realfilm auch das so genannte Motion-Capture-Verfahren angewendet, mit dem sie die Bewegungsmuster erfassen konnten. Aus diesen Daten erarbeiten sie einen Avatar, der im Film mit den realen Aufnahmen verknüpft wird.

Seine Premiere erlebt der zweieinhalbminütige Clip bei der öffentlichen Präsentation der Medienprojekte des Fachbereichs Medienproduktion am Donnerstag, dem 12. Juli. Ab 18 Uhr laufen an diesem Tag im Audimax der Hochschule OWL Ergebnisse der studentischen Projektarbeiten im aktuellen Sommersemester auf großer Leinwand. Hier stehen neben dem sportlichen Imagefilm weitere Arbeiten aus den Gebieten Film, Grafik, Foto, New Media sowie Animation/3D auf dem Programm. Der TV Lemgo wird den fertigen Clip anschließend sowohl auf seiner Webseite als auch auf den Bildschirmen in seinem Vereinssportzentrum in der Pideritstraße zeigen.

Die Energie des Turnens darstellen

„Wir haben uns überlegt, wie wir die Energie des Turnens darstellen können. Die Ideen haben wir im Team und auch mit den Turnerinnen des TV Lemgo diskutiert. Daraus ist die Dramaturgie aus Feuer, Wasser und Rauch entstanden“, erzählt Marina Brand, die Regie geführt hat. Gemeinsam mit ihren Kommilitonen Andreas Neustädter, Manuel Raczak, Max Warwitz (alle drei verantwortlich für die Computergrafik), Adrian Mejia Heim (Schnitt) sowie Max Ingenhaag (Aufnahmeleitung) hat sie ein Semester lang an dem Projekt gearbeitet. „Veranschlagt für das Medienprojekt im sechsten Semester sind 15 Stunden pro Woche – da liegen wir beim Zeitaufwand eindeutig drüber“, sagt die Studentin der Medienproduktion und ergänzt: „Da steckt dann auch viel eigene Motivation dahinter, das Projekt bestmöglich umzusetzen.“ Betreut wurden die Studierenden von Professorin Marietta Ehret und von Mitarbeiter Christoph Bührig; bei den Realfilm-Aufnahmen haben zwei weitere Medienproduktions-Studenten (Malte Blum und Simon Grosser) das Team unterstützt.

„Wir hatten schon einmal ein gemeinsames Projekt mit dem TV Lemgo – damals ist eine Fotoserie zum Vereinsjubiläum entstanden. Dabei sind uns vor allem die Turnerinnen wegen der attraktiven Bewegungsmuster aufgefallen“, sagt Professorin Ehret. Turn-Trainerin Karin Pohlmann war von dem aktuellen Projekt sofort begeistert und hat in ihrem Team auch schnell mehrere Freiwillige gefunden. Im Clip treten drei 13- und 14-jährige Mädchen auf, die jeweils ein Element darstellen: Elisa Bonmann (Rauch), Leonie Gref (Wasser) und Lucie Luna Sasse (Feuer). „Die Mädchen haben das toll gemacht. Die Drehtage waren sehr lang und anstrengend – und am Ende hatten sie alle offene Knie, weil sie das Knien so oft wiederholen mussten“, erinnert sich Pohlmann. Marina Brand betont: „Die Mädels haben die Choreographie gemeinsam mit ihrer Trainerin komplett selbst entwickelt – von dem Ergebnis waren wir sehr begeistert.“

Erwartete und unerwartete Herausforderungen gemeistert

Während den Aufnahmen, die im Videostudio der Hochschule OWL stattfanden, haben die Turnerinnen einen schwarzen Anzug getragen, an dem Reflektoren in Form kleiner Kugeln befestigt sind. Gearbeitet wird beim Motion-Capture-Verfahren mit einem Kamerasystem, das Infrarotlicht abstrahlt – dieses wird von den Reflektoren zurückgespiegelt und von insgesamt acht Kameras erfasst. Die so aufgenommenen Daten müssen anschließend am Rechner zu logischen Bewegungsabläufen zusammengefügt werden. Anschließend sind die Animationen – Feuer, Wasser und Rauch – entstanden. Alleine für die Verbindung der Tanzbewegungen mit der Darstellung des Wassers haben die Studierenden 40 verschiedenen Versionen entworfen, bis die letztlich ausgewählte gefunden war. Das bedeutete: 40 Mal mehrstündige Rechenzeiten, bis die jeweils eingestellten Veränderungen als Film dargestellt und die Ergebnisse bewertet werden konnten.

Welche Erfahrungen nehmen die Studierenden mit? „So ein Projekt ist immer umfassender als man plant“, fasst Marina Brand zusammen und sagt: „Es ist sehr anstrengend, aber auch sehr bereichernd. Man muss an manchen Stellen über sich hinaus wachsen und auch die eigenen Grenzen austesten. Aber ich war sehr gerne Teil dieses Medienprojektes und würde es auch gerne wieder machen.“ Über sich hinaus wachsen mussten die Studierenden zum Beispiel immer dann, wenn unerwartete Probleme auftraten – etwa bei der Belegung des Videostudios durch andere Studierendengruppen oder bei der Kompatibilität der verschiedenen verwendeten Softwaresysteme.

Der Studiengang Medienproduktion

Für einen Werbekunden eine 3D-Animation programmieren, die Produktion eines Musikvideos als Kamerafrau unterstützen, das Corporate Design eines Unternehmens entwickeln oder als Regisseur zum Film gehen – diese und weitere Möglichkeiten bietet ein Studium der Medienproduktion an der Hochschule OWL. Es umfasst gestalterisch-künstlerische Aspekte, aber auch technische und wirtschaftliche. In den ersten Semestern stehen Grundlagen auf dem Lehrplan, darunter Medientechnik, -recht und -geschichte, Journalismus sowie Gestaltung. Ab dem dritten Semester stehen Schwerpunktfächer zur Auswahl: Film, Medienprogrammierung, Grafikdesign, Animation, Computergrafik und Produktion. Im vierten Semester erstellen die Studierenden konkrete Medienprodukte, oft in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Kultur. Absolventinnen und Absolventen finden Arbeitsmöglichkeiten in Filmproduktionsgesellschaften, in Design-Agenturen, in Onlineredaktionen, im Videojournalismus und vielem mehr.

Weitere Informationen zum Studium: www.hs-owl.de/studistart

Kontakt: Professor Dr. Marietta Ehret, Telefon 05261 702-5237, E-Mail marietta.ehret(at)hs-owl.de