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01. Juni 2017 11:57

Umfassender Austausch mit internationalen Holz-Experten

Professor Martin Stosch (links) im Gespräch mit den Vertretern des NRW-Umweltministeriums sowie der Hannover Messe.

Beim Brückenbauwettbewerb zeigten die Studierenden der Hochschule OWL viel Einfallsreichtum: Die Lösungsansätze zeigten verschiedene Konstruktionsprinzipen von über- und unterspannten Brücken bis hin zu Fachwerkträgern.

Bei der Prüfung einiger Brücken waren auch Vertreter des NRW-Umweltministeriums dabei: Hubert Kaiser, als Leiter der Landesforstverwaltung NRW (ganz rechts) und links daneben Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz NRW.

Die Studierenden der Holztechnik kamen ins persönliche Gespräch mit den Vertretern von Ashley Industries.

Die Anforderungen an die Holzbranche nehmen zu – umso wichtiger ist die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft innerhalb des Fachgebiets. Forschende und Studierende des Fachbereichs Produktion und Wirtschaft der Hochschule OWL kamen in den vergangenen Tagen intensiv mit den Weltmarktführern der Holzbranche und Expertinnen und Experten anderer Hochschulen ins persönliche Gespräch. Neben der erneuten Teilnahme an der LIGNA, der wichtigsten Weltmesse für die Holzindustrie, besuchte eine Delegation von Ashley Furniture Industries, einer der weltweit größten familiengeführten Möbelproduzenten mit Sitz in den USA, den Campus Lemgo.  

„Für uns ist die LIGNA ein wichtiges Ereignis. Hier tauschen wir uns über die aktuellen internationalen Entwicklungen der Holztechnik aus, präsentieren unsere Forschungsergebnisse und geben gemeinsam mit unseren Studierenden einen Einblick in das Studium der Holztechnik“, so Professor Martin Stosch, Sprecher der Studienganggruppe der Holztechnik. So stellten die Expertinnen und Experten aus Lemgo erstmalig GO.FAST vor – ein an der Hochschule OWL entwickeltes und bereits patentiertes Befestigungssystem im  Bereich der Leichtbauwerkstoffe für den industriellen Möbel- und Innenausbau. Ein weiteres Exponat beschäftigte sich mit der Fragestellung, wie Energieerzeugung erfahrbar wird. Hierzu wurde mittels eines Fahrrads ein elektrisches Handwerkzeug mit Spannung versorgt. So konnten die Besucherinnen und Besucher erleben, wie viel Strom sie mit dem Fahrrad „erstrampeln“ müssen, um eine Bohrmaschine in Betrieb nehmen zu können (YouTube-Video ansehen). „Neben unseren eigenen Entwicklungen zeigen hier sämtliche Marktführer Live-Demonstrationen und geben uns somit auch viel Inspiration für eine effizientere Verarbeitung von Holz und Holzwerkstoffen“, so Professor Stosch.

Messestand zum Leben erweckt
Das ist auch für Studierende der Holztechnik interessant, die den Messestand der Hochschule OWL aktiv mitgestaltet hatten und Interessierte über ihr Studium an der Hochschule OWL informierten. „Die Studierenden sind es, die unseren Messestand zum Leben erweckt haben“, so Constanze Kiwitt, Mitarbeiterin am Fachbereich Produktion und Wirtschaft. „Sie waren beim Auf- und Abbau, aber auch bei der Standbetreuung maßgeblich beteiligt.“ Zudem präsentierten sie ihr studentisches Holzbauprojekt. Im Rahmen des Projektes bauten sie eine Brücke, die eine Spannweite von 1 Meter überbrücken sollte. Die größte Herausforderung dabei war, dass die Brücke das Gewicht von 120 Gramm nicht überschreiten durfte. Zur Verfügung standen lediglich definierte Holzquerschnitte, Leim und ein dehnungsarmes Seil. Live vor Ort wurden die Brücken dann einem Härtetest unterzogen, um die alles entscheidende Frage zu beantworten: Wieviel Gewicht hält die von ihnen konzipierte Brücke aus? Die Lösungsansätze der Studierenden waren einfallsreich und boten einen vielfältigen Überblick verschiedener Konstruktionsprinzipen von über- und unterspannten Brücken bis hin zu Fachwerkträgern. „Die Studierenden fieberten dem Wettbewerb regelrecht entgegen und zogen zahlreiche Besucher auf den Messestand“, sagt Mitarbeiter Milan Müßgens, der die Studierenden beim Projekt unterstützte.

Besuch aus den USA
Auch beim Besuch der Vertreterinnen und Vertretern von Ashley Industries aus den USA waren die Studierenden der Holztechnik engagiert. Sie hatten die Gelegenheit, mit den Expertinnen und Experten des familiengeführten Unternehmens ins Gespräch zu kommen. Neben den Unternehmensvertretern waren auch sechs sogenannte „Educators“ unterschiedlicher Ausbildungsstätten (High Schools, Technical Schools, Universitäten) vor Ort, um sich ein Bild von der Lehre im Bereich Holztechnologie zu machen. Die Studierenden hatten die Möglichkeit, ihren Lebenslauf und die Ergebnisse ihrer Bachelorarbeiten im Bereich Holztechnik zu schildern. Aber auch mögliche zukünftige Praktika und Projektarbeiten waren Thema. „Die Initiative für diesen Besuch kam direkt von Ashley. Wir freuen uns über dieses große Interesse an einem Austausch mit der Hochschule OWL bezüglich Lehre, Forschung und Transfer“, so Professor Reinhard Grell, der den Besuch in Empfang nahm. „Eines unserer Ziele dabei war, Praxissemester für unsere Studierenden bei Ashley Furniture anbieten zu können. Die Studierenden haben sich gut präsentiert und sicherlich sind erste Anknüpfungspunkte für Kooperationen, beispielsweise in Form von Abschlussarbeiten, entstanden.“ Auch für die Forschung und Entwicklung sei der Austausch mit diesem wichtigen internationalen Branchenvertreter sehr wichtig. „Wir bekommen hier wichtigen Input aus der Praxis für unsere Forschung“, so Grell.