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15. Dezember 2016 19:10

Was Gummibärchen mit Medizin zu tun haben

Wie schmeckt's? Die Kinder waren eingeladen, diese Frage anhand von verschieden präpariertem Wasser zu beantworten.

Ein Trick bei der Herstellung von Medizin ist, diese dickflüssiger zu machen. Was das bedeutet demonstrierte Professorin Miriam Pein-Hackelbusch mit Hilfe von Wasser, in das Gelantine eingerührt war - und in dem eine Münze deshalb nicht einsinkt.

Die Kinder beteiligten sich rege.

75 Juniorstudierende nahmen an der Vorlesung teil.

75 Jungen und Mädchen folgten der Einladung zur Kinder-Uni und waren am 15. Dezember 2016 an der Hochschule OWL zu Gast. Professorin Miriam Pein-Hackelbusch ging dabei der Frage nach „Wer prüft eigentlich, wie Medizin schmeckt? – Kann nur ein Löffelchen voll Zucker bittere Medizin versüßen?“.

Eine geschmackvolle Vorlesung erlebten die 75 Schülerinnen und Schüler, die am Donnerstagnachmittag an der Kinder-Uni in der Hochschule OWL in Lemgo teilgenommen haben. Professorin Miriam Pein-Hackelbusch gab viele Einblicke in die Geschmackswelt des Menschen – und ließ die Kinder ihre eigenen Geschmacksnerven austesten. Süß, sauer, salzig, bitter, fettig und umami: Diese Geschmäcker kann der Mensch wahrnehmen. Jeder tut das unterschiedlich stark. Dreijährige Kinder empfinden Wasser als süß, wenn 8,6 Zucker darin gelöst sind; bei Achtjährigen reichen bereits 4,4 Gramm und bei 20-Jährigen 2,1 Gramm. Da war die Frage der Referentin, ob Kinder oder ihre Eltern Zuckerwatte lieber mögen, schnell beantwortet. Den Unterschied zwischen süßem, salzigem, saurem und neutralem Wasser konnten alle Juniorstudierenden selber probieren.

Nachdem sie die Grundlagen zum Geschmack vermittelt hatte, kam Pein-Hackelbusch zurück zum eigentlichen Thema der Vorlesung: Medizin. Viele Kinder wussten zu berichten, dass die häufig gar nicht gut schmeckt. Doch viele Hersteller bemühen sich, die beispielsweise bitteren Wirkstoffe der Medizin so zu verpacken, dass die kranken Menschen die Medikamente trotzdem gut schlucken können. Zucker kann tatsächlich helfen, den schlechten Geschmack zu überdecken. Häufiger werden aber andere Methoden verwendet – wie die Professorin mit Hilfe von Gummibärchen verdeutlichte. Diese konnten die Kinder auf ihren Zungen zergehen lassen. Dabei merkten sie, dass sie den süßen Geschmack erst recht spät wahrnehmen. Der viele Zucker ist durch die Konsistenz des Bärchens so versteckt, dass er nicht sofort geschmeckt wird – auf die Medizin übertragen ist der Wirkstoff wenn er dickflüssiger verpackt wird schon geschluckt, bevor die Geschmacksrezeptoren im Mund anspringen.

Um herauszufinden, wie Medizin schmeckt, führen deren Hersteller verschiedene Tests durch. Sie fragen bei den Erwachsenen und Kindern nach, die die Medikamente eingenommen haben. Oder sie lassen Ratten probieren – denn die mögen genauso wie die Menschen Süßes viel lieber als Bitteres. In Labors werden außerdem elektronische Zungen eingesetzt, die mit Hilfe von Sensoren den menschlichen Geschmackssinn imitieren. Bei der Verkostung der mitgebrachten Gummibärchen konnte sich die Professorin aber voll und ganz auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kinder-Uni verlassen.

Miriam Pein-Hackelbusch wurde im März 2016 an der Hochschule OWL zur Professorin ernannt. Sie besetzt die SEPAWA-Stiftungsprofessur „Technologie der Waschmittel, Kosmetika  und Pharmaka“. Ein Forschungsgebiet der approbierten Apothekerin ist die Untersuchung von Geschmacksmaskierung von (Kinder)Arzneimitteln.

Weiterer Termin der Kinder-Uni an der Hochschule OWL:

Samstag, 28. Januar 2017, ab 10 Uhr an der Hochschule OWL in Detmold, Emilienstraße 45, Raum 3.103, sprechen Professor Manfred Pilgramm und Professor Malte Kob zum Thema  „Wie funktioniert Hören?“.

Die Kinder-Uni richtet sich an Neun- bis Zwölfjährige. Der Eintritt ist kostenlos, aber eine Anmeldung ist nötig über www.lz.de/kinderuni. Die Veranstaltungsreihe der Kinder-Uni findet in Kooperation der Lippischen Landes-Zeitung, der Lippe Bildung eG sowie Hochschulen der Region statt.