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07. November 2017 09:08

Weniger Salz, weniger Fett – Fleisch-Experten tagen in Lemgo

Rüdiger Hell (links) und Stefan Dälken (rechts) von der Günther Fries Stiftung überreichten Tobias Hennes einen Geldpreis in Höhe von 3.000 Euro. Professor Ralf Lautenschläger (3.v.l.) begleitete den Studenten während seines Studiums.

Rund 240 Expertinnen und Experten aus der Fleischbranche trafen sich in der Lipperlandhalle in Lemgo. Dort fand die 40. Lemgoer Arbeitstagung Fleisch + Feinkost (LAFF) statt. Ein Thema der Tagung war die Reduktion von Salz, Fett und Zucker in industriell gefertigten Erzeugnissen – ein Anliegen, zu dem das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in diesem Sommer eine Nationale Strategie vorgelegt hat. Auch der „Günther Fries-Preis“ wurde erneut verliehen.

Anlässlich der 40. Arbeitstagung standen sowohl Verbraucherinteressen bezüglich Fleischerzeugnissen als auch deren Produktsicherheit im Fokus der Veranstaltung. Beide Aspekte wurden in den diesjährigen praxisorientierten und wissenschaftlichen Fachbeiträgen thematisiert. Der Einführungsvortrag widmete sich beispielsweise dem Tierschutz und dem Tierwohl. Hohes politisches Interesse genießt die Reformulierung von Lebensmitteln: Im Sommer 2017 gab das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine nationale Strategie zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten heraus. Für Fleisch und Fleischerzeugnisse hat dies vor allem bezüglich der Verwendung von Kochsalz und Fetten Auswirkungen: Kochsalz wirkt geschmacksbildend, es bindet Wasser und Fett und gewährleistet eine mikrobielle Stabilität. Auch Fette sind wichtige Träger für Aroma- und Geschmacksstoffe. Außerdem hat Fett ein stärkeres Sättigungspotenzial als Proteine oder Kohlenhydrate. Doch auch auf die Produkt- und Verbrauchersicherheit muss ein Blick geworfen werden.

„Die Qualität von Fleisch und Fleischerzeugnissen auf hohem Niveau zu halten – das ist seit nunmehr 40 Jahren eines der Hauptziele der LAFF-Tagung“, sagt Tagungsleiter Professor Ralf Lautenschläger. „Wir diskutieren über neue wissenschaftliche Erkenntnisse, über politische Vorgaben und Verbrauchertrends.“ Zum 40. Geburtstag des Lemgoer Arbeitskreises Fleisch und Feinkost (LAFF) sprach Peter Terjung, einer der zehn Gründungsmitglieder des Vereins. Bei der Gründung 1977 war er noch Student. „Der LAFF ist einzigartig in Deutschland. Die Tagungen sind ausgesprochen vielseitig, der Verein stetig wachsend – in der Branche sucht er seinesgleichen“, so Terjung in seiner Laudatio.

Der „Günter Fries-Preis“ ging in diesem Jahr an Tobias Hennes für seine Studienleistungen im Bereich der Fleischtechnologie. Seine Bachelorarbeit mit dem Titel „Die Wurstwarenproduktion der Zukunft – eine qualitative Analyse zu erwartender technischer und technologischer Entwicklungen“ ist mit der Note 1,1 bewertet worden. Der Günter Fries-Preis wird jährlich anlässlich der LAFF-Tagung von der Günter Fries Stiftung verliehen. Ausgezeichnet werden überdurchschnittliche Master- und Bachelorarbeiten aus dem Fachbereich Life Science Technologies der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die eine Thematik aus dem Bereich Fleisch, Feinkost und Convenience bearbeitet haben.

Der Verein Arbeitskreis Fleisch + Feinkost
Der Verein Lemgoer Arbeitskreis Fleisch + Feinkost (LAFF) wurde 1977 von Vertretern des Fleischerhandwerks, der Fleischwarenindustrie, der Veterinärverwaltung und Professoren der Hochschule OWL, damals noch Fachhochschule Lippe, gegründet. Oberstes Ziel des Vereins ist es, das Studium der Lebensmitteltechnologie, insbesondere in der Fleischwaren-, Feinkost- und Konservenherstellung, an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe zu fördern. Außer der Bereitstellung von Mitteln für anwendungsbezogene Forschung wird vor allem die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen, Tagungen und Vorträgen unterstützt.