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06. Juni 2017 15:51

Wie Technologien transparenter werden

Beim 3. Lippischen Automatisierungstreff der Produktions- und Werkstofftechnik auf dem Campus in Lemgo standen Themen von der Prozessbeschreibung bis hin zur automatisierten Qualitätssicherung von Produkten in und der Diagnose von automatisierten Anlagen auf dem Programm. Ziel des Treffs ist ein tiefgehender Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie die Netzwerkbildung über Firmengrenzen hinweg, damit neue Technologien und Denkanstöße im lippischen Mittelstand Einzug halten.

Firmenvertreterinnen und -vertreter sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Hochschulen sind der Einladung des Labors für Fabrikautomatisierung der Hochschule OWL gefolgt. Die diesjährigen Referentinnen und Referenten kamen von WP Kemper GmbH, vom Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der TU Braunschweig und von der Hochschule OWL.

Professor Thomas Bartsch vom Labor für Fabrikautomatisierung der Hochschule OWL eröffnete den 3. Automatisierungstreff der Produktions- und Werkstofftechnik. Er stellte die grundsätzlichen Aufgaben von heutigen und zukünftigen Automatisierungsingenieurinnen und -ingenieuren und Fachkräften in der Verfahrensentwicklung anhand der ausgewählten Vorträge dar. Des Weiteren zeigte Professor Bartsch die Anwendungsfelder und den Nutzen der zum Einsatz kommenden Technologien auf.

Der Präsident der Hochschule OWL, Professor Jürgen Krahl, richtete seine Grußworte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und begrüßte die gelebte Interdisziplinarität des Kolloquiums. Er wünschte intensiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch, sodass der Wissenstransfer die Region Lippe voranbringt.

Im ersten Vortrag berichtete Maximilian Schlegel, ein Absolvent der Hochschule OWL und Masterstudent an der TU Braunschweig, über eine neu entwickelte Methode zur Planung von Fertigungsfolgen. Das Fertigungskonzept gestattet die Parallelbearbeitung und die Reduzierung von Transport- und Liegezeiten von Halbzeugen.

Im Anschluss stellte Christopher Jander, ein Absolvent der Hochschule OWL und Automatisierungsingenieur bei der WP Kemper GmbH in Rietberg, einen als Softwarebaustein realisierten universellen Zustandsautomaten vor, der verschiedene Leistungsklassen von Antriebssystemen überwacht und steuert. Hierdurch ergibt sich eine Zeitersparnis beim Einbinden neuer Antriebssysteme in das Steuerungsprojekt.

Tanja Hernández, Mathematikerin und Doktorandin im Labor für Biotechnologie der Hochschule OWL, sprach über die Entwicklung eines Simulationswerkzeuges zur Optimierung von Zellvermehrungsverfahren, die zur Produktion von Biopharmazeutika eingesetzt werden. Damit greift sie mit einer konkreten Softwarerealisierung das aktuelle Forschungsthema der nichtlinearen Optimierung von biotechnologischen Prozessen auf, sodass die Produktionsausbeute gesteigert wird.

Andreas Töws, Absolvent der Hochschule OWL, stellte in seinem Vortrag das von ihm entwickelte Fehlerdiagnosesystem für eine Wasserstrahlschneidanlage vor. Es ermöglicht mit Hilfe von Diagnosewissen, das Betreiberpersonal bei einer Fehlersuche und Instandsetzung der technologischen Anlage durch kontextbasierte Abbildungen und Texte zu führen und zu befähigen.

Labor für Fabrikautomatisierung der Hochschule OWL

Das Labor ist ein wichtiger Baustein in der Lehre und Forschung des Fachbereichs Produktion und Wirtschaft. In ihm werden Vorgangstechnologien und die damit verbundenen produktionstechnischen Probleme vermittelt, um darauf aufbauend geeignete Automatisierungsfunktionen der Verarbeitungsebene des steuernden Systems zu entwickeln. Das Labor für Fabrikautomatisierung verfügt über eine eigenentwickelte und realisierte Strömungstechnische Anlage sowie eine Wasserstrahlschneidanlage, die mit Hilfe von hohem Druck harte, spröde und biegeschlaffe Materialien schneidet - darunter Stahl, Aluminium, Glas, Acryl, Marmor, Granit und Leder.

Das Labor für Fabrikautomatisierung betreibt in Lemgo anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung im Bereich Sensorik  und Aktorik, Verfahrensentwicklung für automatisierte Prüf- und Beurteilungsprozesse sowie Fertigungs- und Montageautomatisierung. Die auftragsbezogenen Forschungsaktivitäten decken den Bereich vom Produkt bis hin zu den erforderlichen Betriebsmitteln des Produktionsprozesses ab. Die Forschungsschwerpunkte sind interdisziplinäre Automatisierungsprojekte und kundenspezifische Grundsatzuntersuchungen. Sie dienen der Weiterentwicklung zukunftsweisender Produktionsverfahren. Diese Produktionsverfahren sichern die flexible Kleinserienfertigung und Qualitätssicherung bei großtechnischer Herstellung der Produkte ab.