Verweis zur Startseite der Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Servicenavigation

News

26. Oktober 2018 15:49

Zwischen Sommer- und Winterzeit liegen 384 Millionen Euro

In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren wieder eine Stunde zurückgestellt. Im Jahr 2020 könnte dies vorbei sein: Von 4,6 Millionen Bürgern aus den unterschiedlichen EU-Staaten, die an einer Umfrage teilnahmen, waren 84 Prozent für eine Abschaffung. Bei der Diskussion, ob in Deutschland nach einer möglichen Abschaffung der Zeitumstellung dauerhaft Winter- oder Sommerzeit gelten soll, liefert Professor Korbinian von Blanckenburg von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe ein wichtiges Argument für die Sommerzeit.

Haushalte verbrauchen bei dauerhafter Sommerzeit insgesamt deutlich weniger Strom als bei dauerhafter Winterzeit. „Dies liegt daran, dass Privathaushalte in den Abendstunden den meisten Strom verbrauchen und dass der Abendverbrauch deutlich von der Helligkeit abhängt“, erklärt von Blanckenburg und führt fort: „Morgens ist der Stromverbrauch hingegen weitestgehend unabhängig von der Tageshelligkeit. Bei ganzjähriger Sommerzeit wird insgesamt weniger Strom verbraucht, als bei einer ganzjährigen Winterzeit, da die Sommerzeit die Abendhelligkeit besser ausnutzt.“ Begründet werden kann dies laut von Blanckenburg über das Freizeitverhalten: „Wenn es abends länger hell ist, verbringen wir mehr Zeit draußen. Folglich wird weniger Strom für Fernseher und Co. benötigt.“

Für eine dreiköpfige Familie bedeutet das ganz konkret eine Ersparnis von rund zwölf Euro pro Jahr. Ein Single-Haushalt spart rund sechs Euro pro Jahr. „Auf alle deutschen Haushalte bezogen, läge der Vorteil der ganzjährigen Sommerzeit gegenüber der Winterzeit bei etwa 384 Millionen Euro pro Jahr“, sagt von Blanckenburg.

Der Professor für Volkswirtschaftslehre forscht seit 2015 zu Fragen rund um die Zeitumstellung. 2016 erschien die Studie „Stromersparnis der Zeitumstellung bei privaten Haushalten“, die von Blanckenburg gemeinsam mit Julian Strauch von der Universität Kassel veröffentlichte. Im Jahr 2017 führte er zudem zusammen mit Professor Woisetschläger von der TU Braunschweig eine deutschlandweite Umfrage zur Zeitumstellung durch. Auch in seinen BWL-Seminaren diskutiert von Blanckenburg mit den Studierenden das Thema.