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28. März 2014 08:56

Studienpioniere – Förderprogramm an der Hochschule OWL startet

Friederike Menz, Projektleitung des Programms Studienpioniere

Studierende aus Elternhäusern ohne akademische Tradition mit und ohne Migrationshintergrund, so genannte Studienpioniere, sind an den deutschen Hochschulen unterrepräsentiert und brechen ihr Studium überdurchschnittlich häufig ab. Dieser Bildungsungleichheit möchte die Hochschule OWL begegnen und bewarb sich daher im letzten Jahr erfolgreich im Programm „Studienpioniere“ des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und der Stiftung Mercator, bei dem sie als eine von deutschlandweit neun Bildungseinrichtungen eine Förderung von 300.000 Euro erhielt. Nun ist der Startschuss für die Umsetzung des Programms vor Ort gefallen.

Studienpioniere sind Schülerinnen und Schüler, die als Erste ihrer Familie den Schritt in ein Studium wagen. Ein Potential, das lange noch nicht ausgeschöpft ist. Laut der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2013 beginnen 77 Prozent der Kinder von Akademikerinnen und Akademikern ein Studium, während es aus Arbeiterhaushalten nur 23 Prozent sind. Um ihnen einen Bildungsaufstieg zu ermöglichen und mehr zukünftige Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Akademikerinnen und Akademiker für diese Region zu gewinnen, hat die Hochschule OWL ein Programm entwickelt, welches mehr Studienpioniere für eine Studienaufnahme motivieren möchte und zudem umfassende Unterstützung im Verlauf des Studiums bietet. Neben Stipendien für sechs Studienstartinnen und -starter pro Jahr, wird es vielfältige Orientierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen an der Schnittstelle Schule-Hochschule, im Studium und beim Übergang in den Arbeitsmarkt für die Pioniere geben.

Geleitet wird das Programm die kommenden vier Jahre von Friederike Menz. Die diplomierte Kulturwissenschaftlerin ist sehr motiviert, für mehr Bildungsgerechtigkeit in Ostwestfalen-Lippe zu sorgen: „Unsere Region braucht dringend neue Fachkräfte. Wir möchten deswegen mehr Hochschulzugangsberechtigte ohne akademischen Hintergrund für ein Studium begeistern, ihnen strukturierte Unterstützung anbieten und ihnen nach dem Studium den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern.“

Ziel ist daher der Aufbau eines Bildungsnetzwerks in Ostwestfalen-Lippe. In ausgewählten Schulen sollen Sprechstunden eingerichtet werden, so dass sich Schülerinnen und Schüler ohne großen Aufwand über die Angebote der Hochschule OWL informieren können. Dabei werden Hemmnisse thematisiert und angegangen. Interessierte sollen zudem die Möglichkeit haben, direkt in die verschiedenen Fachbereiche hineinzuschnuppern, um einen realistischen Eindruck von den Anforderungen eines Studiums generell sowie der verschiedenen Studienrichtungen zu erhalten. Darüber hinaus möchte die Projektleitung Unternehmen begeistern, an diesem Programm mitzuwirken, um den Studienpionieren bereits während des Studiums Einblick in Arbeitsabläufe zu gewähren und erste Kontakte zur Berufswelt zu knüpfen. Für Unternehmen bietet sich auf diesem Weg eine gute Chance, die Fachkräfte von morgen schon heute kennenzulernen.


Hintergrund: Wettbewerb „Studienpioniere“
Im Herbst 2013 setzte sich die Hochschule Ostwestfalen-Lippe unter 63 Bewerbern aus der ganzen Bundesrepublik durch und konnte mit neun weiteren Hochschulen den Wettbewerb „Studienpioniere“ des Stifterverbandes für die Deutschen Wissenschaft und der Stiftung Mercator für sich entscheiden. Als eine der Gewinner-Institutionen wird der Hochschule OWL ein Preisgeld in Höhe von 300.000 Euro für die kommenden vier Jahre zur Verfügung gestellt, womit das Förderprogramm sowie die Strukturförderung finanziert werden sollen.