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Hochschule Ostwestfalen-Lippe

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Peptidfraktionierung - Funktionelle Peptidfraktionen aus proteinhaltigen Rückständen der Lebensmittel- und Agrarproduktion

Gefördert durch BMBF

Ansprechpartner: Prof. Dr. Hans-Jürgen Danneel, Dr. Jörg Tachil, José Gerardo Fuentes Ruiz

Kooperationspartner: NutriteQ GmbH

Förderprogramm: Ideenwettbewerb "Neue Produkte für die Bioökonomie" des BMBF (IBÖM01)

Laufzeit: 01.11.2015 - 30.06.2017

Proteinhaltige Rückstände fallen weltweit in erheblichem Umfang bei der Verarbeitung und Veredelung von Lebensmitteln an. Trotz einer stetig wachsenden Weltbevölkerung und eines Rückgangs landwirtschaftlich nutzbarer Flächen und einer damit einhergehenden Verknappung von Nahrungsmitteln werden jährlich große Mengen proteinhaltiger Rückstände der Lebens­mittel- und Agrarindustrie entsorgt oder finden als Viehfutter Verwendung. Angesichts dieser immer deutlicher zutage tretenden Kluft zwischen steigender Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Protein-/Peptidquellen einerseits und schwindenden Ressourcen andererseits tritt eine nachhaltige Nutzung von zur Verfügung stehenden Proteinquellen immer mehr in den Vordergrund. Auch unter wirtschaftlichen Aspekten ist die Herstellung hochwertiger Peptide bzw. Peptidmischungen aus nahezu unbegrenzt und kostengünstig zur Verfügung stehenden Rohstoffen interessant.

Durch enzymatische Hydrolyse von Proteinextrakten können Rückstände aus Produktionsprozessen in Peptide oder Peptidmischungen umgewandelt werden. Derart hergestellte und aufgereinigte Peptide/Peptidmischung weisen gegenüber den Ausgangssubstanzen oftmals verbes­serte techno- und biofunktionelle Eigenschaften in Bezug auf Geruch/Geschmack, Amino­säurezusammensetzung sowie antimikrobielle, antioxidative oder kosmetische Eigenschaften auf. Durch ein am Institut für Lebensmitteltechnologie.NRW (ILT.NRW) entwickeltes und patentiertes prozess­chroma­to­graphisches Trennverfahren (Erfinder: Prof. Dr. H.-J. Danneel) ist es gelungen, im präparativen sowie im Pilot­maßstab nahezu beliebige Proteinhydrolysate herzustellen, zu fraktionieren und aufzureinigen und auf diese Weise hochwertige Produkte mit den jeweils erwünschten techno- und biofunktionellen Eigen­schaften aus proteinhaltigen Rückständen zu entwickeln. Im Rahmen einer Machbarkeitsphase wird am ILT.NRW derzeit an einem „Proof of Concept“ für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Peptidmischungen aus Protein­hydrolysaten gearbeitet.