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Lemgoer Datenbank D- und z-Werte

Datenbank D- und z-Werte

Lemgoer Datenbank D- und z-Werte

Verfahrenstechnik

Die Verfahrenstechnik ist die Ingenieurdisziplin, die sich mit der gezielten und vom Maßstab her industriellen „inneren Wandlung von Stoffen“ beschäftigt, also im Wesentlichen mit der Herstellung von Verbrauchsgütern. Eine innere Stoffwandlung kann durch chemische Reaktionen sowie thermische und mechanische Prozessschritte geschehen. Die Folge der notwendigen Prozessschritte wird Prozess oder Verfahren genannt, wobei bei der Herstellung von modernen Lebensmitteln, Kosmetika, Waschmitteln und Pharmaka zunehmend sogenannte fertigungstechnische Operationen Einzug halten. Schließlich wird eine Fertigpizza „endmontiert“.

Die Verfahrenstechnik im ILT.NRW wie auch im gesamten Fachbereich Life Science Technologies ist dadurch charakterisiert, dass sie die chemischen Reaktionen entsprechend der Bedeutung in diesen Branchen nicht berücksichtigt. Sie konzentriert sich also auf die thermische und mechanische Verfahrenstechnik und die diesbezüglichen Grundlagen. Wichtig aber ist, bei den durchzuführenden Prozessen die Rohwaren wie natürlich die Endprodukte nicht nur chemisch, sondern auch physikalisch, mikrobiologisch und sensorisch zu bewerten. Hier muss das Fachgebiet Verfahrenstechnik mit den spezialisierten Bereichen zusammenarbeiten. Im Bereich der physikalischen Charakterisierung der Produkte hat sich die Verfahrenstechnik traditionell eigene Kompetenzen erarbeitet, wie bei der Rheometrie, Partikelgrößenverteilungsmessung, uvm.

Der Leiter des Bereiches Verfahrenstechnik im ILT.NRW, Prof. Müller, hat schon frühzeitig die Fragen der Entkeimung fester Substanzen aufgegriffen und mit dem Lemgoer Verfahren ein absolut neuen Prozess der Dekontamination der Oberflächen vorgestellt. Hierbei werden nach einer Bedampfung durch ein sofortiges, flashartiges Wiederverdampfen die Keime, vor allem hitzeresistente bakterielle Sporen, nicht abgetötet, sondern hocheffizient von pflanzlichem Material abgerissen. Das schont die Produkte, da viel kürzere Einwirkzeiten bei dieser hohen Temperatur von Nöten sind. Weitere Projekte werden zusammen mit der Getränketechnologie durchgeführt bzw. angestrebt. Hier ist insbesondere das neue Verfahren der Gegenstrominjektionstechnologie zu nennen.

Das Service-Angebot erstreckt sich von physikalischer Messtechnik über die Durchführung von Versuchsproduktionen bis hin zu Verfahrensentwicklungen sowie Weiterbildungsmaßnahmen. Konkret seien genannt:

  • Physikalische Analytik von Lebensmitteln, z.B. Rheometrie (Bestimmung der Fließfähigkeit), Texturanalyse, Partikelgrößenverteilung per Siebanalyse oder Laserbeugungsspektroskopie, Farbmessung, Sorptionsisotherme,
  • Trocknung: Gefriertrocknung im Labor- und halbtechnischen Maßstab, sowie Sprüh-, Walzen-, Wirbelschichttrockung, Coating etc.
  • Versuchsentkeimungen für feste und flüssige Substanzen
  • Beratung bei der Auslegung von Entkeimungsverfahren, basierend auf Experimenten und Datenrecherche
  • Prozessplanung und Durchführung von Kursen: Prozessplanung für Lebensmitteltechnologen, in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Deutscher Lebensmitteltechnologen
  • jährliche Durchführung der Tagung „Lemgoer Nachmittag zu Entkeimungsfragen“
  • Mitveranstalter des Paderborner Mischtechnik-Symposiums (1,5-jährlich)

Der Bedarf an Kooperation ergibt sich aus der anwendungstechnischen Diversität der Fachgebiete innerhalb des ILT.NRW. Da die Verfahrenstechnik bei der Charakterisierung der Produkte viel Unterstützung der analytisch-spezialisierten Bereiche benötigt, ergibt sich hier der erste Ansatz eine Kooperation. Sehr eng arbeitet dieser Bereich mit der Mikrobiologie zusammen, da sich die Verfahrenstechnik auf sogenannte Entkeimungsverfahren für feste Materialien (Gewürze, Arzneidrogen Fleisch) spezialisiert hat. Die Qualität der Produkte sollte durch das Verfahren möglichst nicht leiden, weshalb die Zusammenarbeit mit der Lebensmittelchemie von Bedeutung ist, um wesentliche Inhaltsstoffe (z.B. verbleibender Gehalt an ätherischem Öl in einer Pflanze) zu bestimmen.

In Kooperation mit der Getränketechnologie und der Fleischtechnologie werden unterschiedliche Drittmittelprojekte durchführt. Ein greifbarer Erfolg der internen Kooperation ist die Implementierung der Lemgoer Datenbank für D- und z-Werte. Dieses ursprünglich innerhalb der Verfahrenstechnik entwickelte Projekt gestaltet sich zu einer der wichtigen Gemeinschaftsvorhaben im ILT.NRW mit guter Resonanz.

Mehr über die Verfahrenstechnik im Rahmen des Fachbereichs Life Sciene Technologies erfahren Sie hier...