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Hochschule Ostwestfalen-Lippe

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Montagsreihe

Termin:
16.04.2018, 18 Uhr
am Hochschulcampus in Lemgo im Ciit2, Gebäude 12, Raum 12.201
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Färbepflanze Waid wurde bis ins 19. Jahrhundert auf weiten Flächen des Thüringer Beckens angebaut. In den Blättern dieser goldgelb blühenden, dem Raps ähnlichen, ansonsten eher unscheinbaren Pflanze verbirgt sich ein Geheimnis – prächtiges blaues Pigment. Das besondere Blau, das Erfurt einst Reichtum bescherte, ist beinahe gänzlich aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Heute wird das „Blaue Wunder“ wieder in Erfurt kultiviert. Aber nur noch einzelne Privatpersonen beherrschen den Umgang mit diesem Handwerk.

Birgitta M. Schulte kann auf dem vorgestellten Rundgang durch die Stadt Erfurt von einem dieser alten Handwerksmeister erzählen, dem sie begegnet ist. Er berichtet über die Geschichte und Tradition des Färbehandwerks. Zugleich hat er eine neue Idee für den Inhaltsstoff Isatin aus der Färbepflanze Waid entwickelt. Der Farbstoff könnte in der medizinischen Hautpflege und gegen Pilzbefall an feuchten Stellen eingesetzt werden.

Historisch wie künstlerisch hat sich auch Theresa Kellner, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule Ostwestfalen-Lippe an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur in ihrer Abschlussarbeit mit dem Pigment Erfurter Blau auseinandergesetzt und neue Ideen für das traditionelle Handwerk und den Transfer in die Moderne entwickelt. In ihrer Abschlussarbeit, erarbeitet Sie ein innenarchitektonisches Konzept für eine Waid-Manufaktur in einem historischen Fachwerkhaus Erfurts, die das Handwerk bewahrt und fortführt. Neu daran: das Geschäftsmodell.

Für ihren behutsamen innenarchitektonischen Entwurf, gepaart mit einem klug durchdachten Marketingkonzept und die visuelle Umsetzung erhielt Theresa Kellner, den Vectorworks Award (Anerkennung) 2017.

Ihre Referentinnen:

Birgitta M. Schulte, Journalistin
Theresa Kellner, M.A. Innenarchitektur