Maschinenbau studieren nur Männer? Falsch gedacht!

Hallo ihr zwei! Stellt euch doch bitte einmal kurz vor.

Melanie: Ich bin Melanie Warnecke und studiere im 4. Semester Mechatronik. Ich bin über ein duales Studium an die Hochschule OWL gekommen. Ich wollte gerne eine Kombination aus dem Bereich Maschinenbau und Elektrotechnik studieren, um mich dann später noch entscheiden zu können, ob ich eine der beiden Richtungen favorisiere, oder ob ich weiterhin das Interesse an beiden Bereichen habe.

Annika: Mein Name ist Annika Schleupner. Ich studiere Maschinenbau im 6. Semester und habe vorher eine Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin absolviert. Danach wollte ich mich einfach noch weiter für die Arbeitswelt qualifizieren.

Wie gefällt euch das Studium an der Hochschule OWL?

Melanie: Mir gefällt besonders gut, dass hier alles in einem kleineren Rahmen stattfindet als zum Beispiel an einer Universität. Man sitzt nicht in überfüllten Hörsälen, sondern kennt seine Kommilitonen einfach gut, es ist richtig familiär. Durch verschiedene studentische Initiativen lernt man trotzdem immer neue Leute kennen.

Annika:  Es ist toll, dass ein Fokus auf die Praxis gelegt wird, man kann sein theoretisches Wissen direkt anwenden und sehen, wie bestimmte Prozesse oder Vorgänge funktionieren. Der Austausch mit den Professoren findet auf Augenhöhe statt und man braucht keine Scheu zu haben, Fragen zu stellen.

Melanie: Ja, die Praktika bereiten uns wirklich gut auf das spätere Berufsleben vor, da sie sehr nah an der Industrie orientiert sind. Hier kann man zum Beispiel sehen, welche Gerätschaften und Anwendungen einem im späteren Berufsleben begegnen können.

Der Frauenanteil in euren Studiengängen ist ja eher gering. Wie ergeht es euch damit und wie kommt ihr mit euren männlichen Kommilitonen zurecht?

Annika: Mir war bewusst, dass es in meinem Studiengang nicht viele Frauen geben wird. Der Kontakt zu den männlichen Kommilitonen ist aber super! Es gab nie irgendwelche komischen Sprüche oder Bemerkungen. Ich bin sehr gut von ihnen aufgenommen worden.

Melanie: Bei mir ist es so, dass ich viel mehr Kontakt zu den männlichen Kommilitonen habe, als zu den weiblichen Kommilitoninnen. Ich wurde von Anfang an sehr gut von ihnen aufgenommen und integriert. Da gab es nie Probleme. Viel eher ist es so, dass meine Kommilitonen Hochachtung und Respekt vor mir haben, dass ich als Frau dieses technische Studium in einer „Männerdomäne“ durchziehe. Ich selbst habe auch nie den Gedanken gehabt, dass ich mich nicht wohlfühle als eine von wenigen Frauen.

Annika: Teilweise ist es glaube ich auch so, dass die Männer ganz froh sind, wenn auch mal ein paar Kommilitoninnen in ihrem Studiengang vertreten sind. Gerade was zum Beispiel Lerngruppen oder Mitschriften betrifft.

    

Habt ihr Tipps oder Ratschläge für angehende Studentinnen, die an Maschinenbau und Mechatronik interessiert sind, sich aber vielleicht nicht trauen?

Melanie: Zuerst würde ich raten, das vorurteilsbehaftete Denken abzulegen. Man sollte nicht davor zurückschrecken, weil es irgendwelche Probleme geben könnte. Wenn man ein wirkliches Interesse an Technik hat: Einfach einschreiben! Es kann nur gut werden.

Annika: Bei mir persönlich war es so, dass ich selbst erstmal für ein Semester testen wollte, wie ich mit dem Studium zurechtkomme. Dann hat es mir aber so gut gefallen, dass ich immer noch hier bin. Mein Rat ist: Einfach ausprobieren! Selbst wenn es einem nicht gefallen sollte, hat man nicht Zeit verloren, sondern ist um eine Erfahrung reicher.

Wie geht es nach dem Studium für euch weiter?

Melanie: Ich möchte auf jeden Fall auch noch meinen Master an der Hochschule OWL machen. Danach werde ich schauen, ob ich noch eine Promotion anschließe. Es soll aber definitiv in die Industrie gehen, gerne in den Forschungs- und Entwicklungsbereich.

Annika: Ich würde nach meinem Studium auch gerne direkt in der Industrie arbeiten, vorzugsweise im Bereich Konstruktion. Nach meinem Bachelor ziehe ich es auch in Betracht, einen Ausbilderschein zu machen, um dann vielleicht als Ausbilderin oder später auch Konstruktionsleiterin arbeiten zu können.

Vielen Dank euch beiden!


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