Studentisches Leben in wo?!

An kaum einem anderen Standort der Hochschule OWL wird es so gravierende Unterschied in der Freizeitgestaltung je nach Jahresverlauf geben, wie am Standort Höxter. Höxter ist eine kleine Stadt – entschuldige Kreisstadt – in Nordrhein-Westfalen (NRW). Sie liegt im Dreiländereck NRW, Niedersachsen, Hessen. Kenner schätzen sie für ihr weserbergländisches Panorama. Vielen sagt Höxter allerdings nichts. Auch ich hatte vor Studienbeginn nicht den Hauch einer Ahnung, wo auf der Landkarte sich Höxter befinden könnte. Und doch werde ich diese Stadt wohl nie wieder vergessen.

Wir sind derzeit rund 900 Studierende am Standort, aufgeteilt auf vier Bachelor- und zwei Masterstudiengänge, zum Wintersemester 2018/19 folgen mit Precision Farming und Freiraummanagement zwei neue Bachelorstudiengänge. Genug Leute also, um einige Aktionen zu realisieren.

Feiern, gewusst wo

Da Höxter recht überschaubar ist, halten sich abendliche Ausgehmöglichkeiten in Grenzen. Es gibt zwar einige gemütliche Kneipen und Restaurants, doch wer das exzessive Nachtleben sucht, der ist wohl bestenfalls auf WG-Partys oder den Feiereien des AStA oder der Fachschaften aufgehoben. Aber auch Veranstaltungen wie das Sektfrühstück am Godelheimer See oder das legendäre jährlich stattfindende AStA-Sommerfest locken.

Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Studientag. Morgens wurden wir als neue Studierende vom Bürgermeister der Stadt Höxter, dem Dekanat, dem AStA und der Fachschaft in der Stadthalle begrüßt. Ich war schon etwas nervös. Wie viele andere Studierende würde es wohl geben und würde ich auch einige neue Leute kennenlernen?! Aber selbst wer schüchtern ist, findet hier ziemlich schnell Anschluss: In der „Ersti-Woche“ nehmen AStA und Fachschaften ihre neuen Schützlinge an die Hand, auf der Campus- und Stadtrallye können erste Eindrücke von der neuen Umgebung gewonnen werden. Darauf folgen diverse abendliche Events, wie die Kneipen- oder WG-Tour oder ein Flunkyballturnier und auch an Partys mangelt es in der Anfangsphase nicht. Durch das bunte Programm kommt jeder auf seine Kosten und schnell lernt man auch höhere Semester kennen. Schon bald kennt man gefühlt den halben Campus und kommt aus dem Grüßen gar nicht mehr raus.

Nach dieser ersten Kennenlernphase wurde es mit Einkehr des Winters ruhiger in Höxter. Ich kannte meine „Pappenheimer“ und oft gesellten wir uns um etwas Selbstgekochtes und guckten Filme. Neben dem Stress zum Ende des Semesters eine gelungene Abwechslung. Auch der Sport kam dank des Angebots des AStA und diverser Vereine nicht zu kurz. Und ja, selbst Fitnessstudios finden sich in Höxter.

Der belebende Frühling führte uns in die Umgebung Höxters. Am Wochenende erkundeten wir Wanderwege, besuchten den Wochenmarkt oder trafen uns zum Frisbee spielen am Badesee, dem Godelheimer See, der nur zwei Kilometer vom Stadtkern entfernt liegt. An diesem finden außerdem regelmäßig Events, wie die Strandklänge openair statt.

Höxters eigener Charme

Nach einem Jahr stellte ich schnell fest, wie wandelbar Höxter im Verlauf der Jahreszeiten ist. Jede Jahreszeit hat ihren Reiz und zu jeder lassen sich andere Erkundungen machen. Klar, Höxter ist keine typische Studentenstadt, doch wenn man weiß, auf was man sich einlässt, traut man sich auch Höxter eine Chance zu geben und eine großartige Zeit zu erleben.

In den letzten vier Jahren ist Höxter meine Heimat geworden und ich blicke mit großem Widerwillen dem Ende meiner Zeit in Höxter entgegen. Ich denke an all die stressigen Prüfungsphasen, den verregneten Herbst im Weserbergland und das Aufregen über die Zuganbindung Höxters. Auf der anderen Seite denke ich aber auch an all die spontanen Aktionen, an warme Sommertage am Godelheimer See und die entspannten Verabredungen zum Kochen mit Freunden. Und heute weiß ich, ich habe alles richtig gemacht. Ich habe mir einen charismatischen, impressionsreichen Standort ausgesucht, an dem ich mich sehr wohl fühle und der mich gefordert, aber ebenso gefördert hat. In Höxter hat sich meine zweite Familie entwickelt. Und ich weiß: Höxter, das war nicht unsere letzte Begegnung, ich werde Dich wieder besuchen kommen.

Lena Richter (Studentin Landschaftsarchitektur)

 

Tipps von Studierenden für Studierende

Lemgo, Detmold und Höxter haben als Studentenstädte ihren jeweils eignen Charakter und Charme. Rico Krazewski (Lemgo), Dennis Kehr (Detmold) und Lena Richter (Höxter) erzählen aus dem Leben abseits der Hörsäle und Seminarräume.


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